Gefilzte Handstulpen

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Man soll ja auch immer mal was Neues ausprobieren. Das erweitert den Horizont. Habe ich getan: Filzen war sonst etwas, was um Himmels Willen zu vermeiden ist, hier war es das Endziel. Spannend. Irgendwie etwas unkontrolliert, aber spannend.

(Ich entschuldige mich im Vorwege für die z.T. wirklich nicht schönen Bilder der fertigen Stulpen. Ich musste leider mein Handy, mit dem ich sonst vernünftige Fotos machen kann, einschicken und das Ersatzgerät war im Hinblick auf die Bilder eben doch kein Ersatz. Nächstes Mal wieder besser!)

Angefixt hat mich ein neues Hutdesign von Lana Grossa. Aber da ich noch nie gefilzt habe vorher, wollte ich das vorher an einem kleineren Teil testen. Also habe ich spontan etwas mehr Filzwolle bestellt und mich zuerst an einem bzw. schlussendlich dann zwei Paar Stulpen versucht.

Wie auch die Anleitung für den angeschmachteten Hut stammt das Rezept für die Stulpen aus dem Heft „Strick&Filz No.13“. Wird laut Anleitung auf die unifarbene Stulpe noch etwas draufgestickt, habe ich einfach gleich Streifen eingestrickt.

Ich hatte für dieses Abenteuer ein paar Knäule von der Filzwolle Feltro Fine von Lana Grossa bestellt. Das ist, wie Filzwolle wohl immer, reine Schurwolle und hat eine Lauflänge von 90m auf 50g.

Für den ersten Versuch habe ich die hellgraue Filzwolle angeschlagen. Nun strickt man erst einmal einen sehr großen schlabberigen Lappen im Vergleich zum gewünschten Endergebnis. Mit relativ großen Nadeln. Gestartet bin ich mit 6,0er Nadeln. Das Gestrickte wird dabei so phänomenal weich, also, die Wolle an sich ist halt einfach mega weich. Das mag ich.

Das Schöne beim Filzen ist u.a., man muss nicht akkurat Fäden vernähen, Ich habe die im Inneren nur ein zwei Mal quer verzogen und die Enden werden da ja dann festgefilzt. Super Sache.

Die erste Stulpe ist nach Fertigstellung dann mit einem großen Handtuch bei 40°C und 1400 U/min mit Flüssigwaschmittel (kein Wollwaschmittel) in die Waschmaschine gewandert. Ich war schon etwas aufgeregt :D

Beim Rausholen aus der Maschine war ich dann eher frustriert. Die Stulpe hatte eher Eierwärmergröße. Nach dem Zerren/Dehnen/Strecken/Ziehen bekam ich gerade so den Handballen durch. Es fühlte sich aber an wie ein Thrombosestrumpf. Ich war wirklich frustriert. Inzwischen kann ich aber sagen, dass durch etwas Tragen die Weite sich vergrößert hat und ich trage die inzwischen ganz gerne, auch wenn sie kürzer ist als gedacht.

Da ich mehr Garn für die erste Stulpe verbraucht hatte als geplant, konnte ich nicht die zweite für das Paar anschlagen. Ich habe also noch mal eine in blaugrau angeschlagen mit hellgrauen Streifen. Dieses Mal habe ich versucht noch lockerer zu stricken und bin auch auf Nadelstärke 7,0mm umgestiegen. außerdem habe ich ein paar Runden mehr gestrickt, um die Länge etwas zu vergrößern.

Auch hier hat das Garn nun natürlich nur für eine gereicht, aber die erste habe ich trotzdem gleich auch noch gefilzt. Gleiches Waschprogramm wie die erste, hellgraue Stulpe. Auch hier war etwas Ziehen und Zerren nötig, aber diese hat wirklich eine schöne Länge bekommen. Die gefällt mir wirklich gut.

Nun musste ich bei Filati erstmal Wolle nachordern, denn mit den Mengenangaben aus der Anleitung gab ich halt vorne und hinten nicht hin. Ich war überrascht wie günstig Filzwolle im Vergleich zu anderen Garnen ist. Auch mal ganz angenehm.

Nach Erhalt der Wolle konnte ich nun die jeweils zweite Stulpe stricken und filzen. Gestrickt wie die jeweils erste Stulpe bzgl. der Nadelstärke hatte ich gehofft am Ende zwei Paare zu erhalten, die sich zwar untereinander unterschieden, aber zumindest innerhalb des Paars gleich sind.

Das hat leider nicht geklappt. Die jeweils zweiten Stulpen sind für beide Paare leider wieder etwas größer geworden. Vielleicht lag es daran, dass die Maschine etwas voller war. Ich weiß es nicht. Ich mag sie trotzdem. Irgendwie hat das Charme. Ich trage sogar gerne eine hellgraue und eine blaugraue in Kombi. Irgendwie nett.

Leider ist, wohl auf jeden Fall wegen der Maschinenfülle, bzw. weil ich den etwas steifere Badläufer mit reingetan hatte, ein kleines Unglück passiert. Beide Stulpen sind etwas zusammengefilzt. Also nicht die eine an die andere sondern man kam quasi mit der Hand nicht durch die Stulpe, weil die Innenseiten aneinander hafteten.

Bei der Hellgrauen konnte ich das schnell lösen ohne Rückstände. Bei der Blaugrauen musste ich echt kämpfen. Ich musste z.T. die zusammengefilzten Falten vorsichtig mit der Nadelschere von innen auftrennen. Leider haben sich beim Dranrumzuppeln zwei kleine Löcher gebildet, dort, wo ich das Gewebe mit den Fingerkuppen festgehalten habe, um Zug auf die zusammengeklebten Bereiche auszuüben.

Kann ich das mit Filzwolle „zunähen“ und noch mal Filzen? Aber dann habe ich bestimmt Gnubbel, wo man den neuen Faden durch den Filz sticht. Außerdem zieht sich der nicht gefilzte Faden ja viel mehr zusammen als das umliegende Gewebe , da letzteres ja bereits gefilzt ist. Hat jemand einen guten Tipp?

Fazit: Filzen ist ganz cool, aber irgendwie Glückssache. Ich habe mich an den Hut gewagt. Den zeige ich euch nächste Woche, oder so… :D Aber inzwischen bin ich doch ganz schnell wieder zum Stricken-ohne-Filzen übergegangen :D

  • Anleitung: Filzstulpen von Lana Grossa aus Strick&Filz No.13
  • Hauptfarbe: 72g Blaugrau bzw. 61g Hellgrau Lana Grossa Feltro Fine, (100% Schurwolle), LL 90m/50g
  • Kontrastfarbe: je 8g Hellgrau bzw,. Dunkelgrau Hellgrau Lana Grossa Feltro Fine, (100% Schurwolle), LL 90m/50g
  • NS 6,0/7,0
  • elastischer Maschenanschlag, ich weiß nicht mehr welches
  • Kosten: ca. 8.50€ für das verbrauchte Garn
  • fertig gestellt: Januar 2020

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Stricklust, Creativ Lovers, Handmade on Tuesday, Creadienstag, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung folgt, wenn Linkparty online)

8 Kommentare zu „Gefilzte Handstulpen

Gib deinen ab

    1. Hallo Frau Mayer, vielen Dank. Tatsächlich ist der Mantel, dessen Ärmel man da sieht, in Wirklichkeit ganz wunderbar rot. Aber auch dazu passt es wirklich gut. Schön, dass du hergefunden hast.
      Liebe Grüße nach Wien

      Liken

  1. Oh wie schade mit den Löchern beim zweiten Stulpen! Filzen ist halt auch immer ein bisschen Glückssache.
    Ich habs zwar noch nicht selbst probiert, aber ich würde wohl die Löcher mit Filzwolle locker stopfen und dann vorsichtig mit Seifenwassern und per Hand rubbeln das ganze einfilzen. So hast du etwas mehr Kontrolle als in der Waschmaschine.
    Lg, Steffi

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das wäre zumindest kontrollierter. Das werde ich mal testen, wenn ich ein wenig Ruhe habe :)
      aber alles nicht so schlimm. Die hellgrauen sind viel und gerade die letzten Tage permanent im Einsatz. Im Job auf der Baustelle sind die echt Gold wert 👍🏻
      Liebe Grüße, Anma

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo Anne-Marit, ich habe schon viel in der Waschmaschine gefilzt, hauptsächlich Filzpuschen, aber auch Laptop- und Handytaschen. Letztere sogar mit Fair Isle Muster. Nach dem Stricken gebe ich sie in eine mit Handtüchern oder Jeans gefüllte, volle Waschemaschinenladung mit rein und herauskommen total verknubbelte Teile, die ich noch im feuchten Zustand dehne und ziehe. Bei Puschen ziehe ich sie sogar über meine Füße zum Dehnen. Den Laptop hatte ich in eine Plastiktüte gepackt und konnte ihn als Dehnhilfe in die feuchte Hülle schieben.

    Löcher hatte auch auch schon bei den Puschen. Das waren aber Verschleißlöcher vom vielen Tragen. Wie ich die geflickt habe, habe ich auf sockshype beschrieben https://www.sockshype.com/hilfe-mein-filzpantoffel-hat-ein-loch/.

    Vielleicht sind diese Infos hilfreich für dich. LG

    Gefällt 1 Person

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