Sommerpullover „Rosina“ von Fadenstille

[Werbung: unbeauftragt]
Ein sommerlicher Pullover sollte her und hier ist er: mein Rosina Pullover nach einer Anleitung von Fadenstille (ravelry-Link). Ein figurnaher Pullover mit Lace-Ärmeln in 3/4-Länge mit vielen Variationsmöglichkeiten.

Der Pullover steht schon sehr lange und somit inzwischen gut vergraben auf meiner Stricktapete. Es handelt sich um eine kostenlose Anleitung, die auf Ravelry (hier) verfügbar ist. Diese ist auch bereits 2014 erschienen und es gibt über 250 verlinkte Projekte auf Ravelry. Genau dort fing auch meine Recherche nach Auswahl der Anleitung an, um festzulegen, welche Variante ich stricken möchte.

Die Designerin schlägt ein reines Seidengarn bzw. ein Seidengemisch vor. Dies begünstigt sicherlich den Fall des Kleidungsstücks. Da ich aber im Sinne meiner Wollbergreduzierung jetzt nicht allzu arg (*lach*) aber eben doch ein wenig in den Auswahlmöglichkeiten begrenzt war, habe ich hier ein wenig variiert.
Ich habe den Pullover aus einem reinen Baumwollgarn gestrickt. Irgendwie bin ich da bei Sommerpullovern doch ziemlich konservativ. Ich würde nie auf die Idee kommen, Sommersachen aus Garn mit Wollanteil zu stricken. Beim Gedanken daran krabbelt es mich schon. Aber es wird ja vielfach gemacht. Vielleicht kann ich mich da ja irgendwann mal überwinden. Back on track, reine Baumwolle! Und zwar die Hobbii Cotton Rainbow 8/4 in der Farbe Rosenholz/mauve. Davon schwirrten 500g in meinem Wollberg herum. Allerdings handelte es sich dabei um B-Ware, da das Garn aufgrund eines Produktionsfehlers wohl etwas dünner und härter ist als sonst. Das tat meinem Strickerlebnis keinen Abbruch.

Allerdings habe ich am Anfang in den glatt rechts gestrickten Bereichen sehr festgestrickt, weil das einfach ein geniales Maschenbild ergab, aber davon taten mir so schnell die Finger weh, dass ich davon ein Stück abrücken musste. Schlussendlich ist so auch alles schick, und den Unterschied sehe wohl nur ich mit einem ein ganz klein wenig wehmütigen Auge. Gestrickt wurde mit Nadelstärke 3,0mm, um die Maschenprobe zu erreichen.

Die Anleitung ist äußerst detailliert bzgl. aller notwendiger Maße und Angaben, was insbesondere Anpassungen an die eigenen Körpermaße erleichtert. Sie ist aber auch sehr strukturiert und fast mathematisch aufgebaut, sodass ich die Anleitung passagenweise erstmal mehrfach lesen musste, um den Inhalt und die Bedeutung für mein Projekt inkl. Individualisierung komplett zu erfassen. Aber, „dem Ingenieur ist zu schwör“, hat geklappt!

Die Anleitung enthält sogar Angaben für eine Version mit weiterem Halsauschnitt, die sich dann auch super für eine Kurzarmvariante eignet, jedoch nicht für alle Größen. Allerdings habe ich nun am Ende festgestellt, dass ich ruhig eine Größe kleiner stricken kann, und wäre in den Angaben für die Alternativvariante enthalten gewesen. Ich habe nun aber die Standardvariante gestrickt.

Die Ärmel werden vollständig im Lace-Muster gestrickt. Der Abschluss kann sehr rüschig oder „gerade“ gestrickt werden. Ich habe mich für letzteres entschieden. Das hat gut geklappt und die Ränder halten schön die Form.

Die Anleitung bietet zwei Varianten für den unteren Abschluss des Körpers an. Einmal eine „Elfenbordüre“, ein sehr romantisches, verspieltes Lace-Muster, und einmal die Adaption des Ärmelmusters. In beiden Fällen sind die Bordüren mehrere Mustersätze hoch, sodass bei der Formgebung zwar Taillenabnahmen gemacht werden, aber mehr oder weniger in der Taille dann die Bordüre beginnt, sodass keine Zunahmen für die Hüftbreite enthalten sind, da die Mehrweite durch das offene Lochmuster erreicht wird.

Da ich insgesamt kein Fan von Rüschen/Spielkram und so „niedlichen“ Details bin, weil ich mich da einfach nicht drin wiederfinde, habe ich bei allen Wahlmöglichkeiten die möglichst gradlinigste gewählt. Nun könnte man fragen, warum ich denn überhaupt diese Anleitung gewählt habe. Aber ich wollte halt so ein Zwischending: den femininen Schnitt, die schönen Ärmel, aber eben keine Rüschen, keine Elfen usw..
Deshalb habe ich mich am unteren Rand für eine deutlich reduizierte Lochmuster-Bordüre mit nur einer Musterwiederholung und auch hier ohne bauschige Rüschen entschieden.

Um das umzusetzen, musste ich die Formgebung des Körpers etwas anpassen. Zum einen habe ich die Taillienabnahmen etwas enger angeordnet, damit der engste Punkt des Pullovers auch wirklich in meiner Taille sitzt. Da lohnt es sich immer, das im Vorwege einmal überzurechnen und mit den eigenen Maßen zu vergleichen. Eine Taillierung auf höhe des beginnenden Hüftspecks ist nämlich nicht nur unnötig sondern auch noch unvorteilhaft. Da aber jeder Mensch nunmal ein wenig anders gebaut ist, passen die Angaben in Anleitungen gearde bei figurnahen Schnitten nicht immer zu 100%. Hinschauen lohnt sich!

Da meine Bordüre nun aber auch deutlich weiter unten anfängt, habe ich noch eine Handvoll Zunahmen unterhalb der Taille ergänzt.

Aprospos Passform. Auch bei diesem Pulli habe ich eine FBA (Full Bust Adjustment) ergänzt, um der Oberweite mehr Raum zu geben. Da er nun doch weiter geworden ist als gedacht, wäre das nicht unbedigt nötig gewesen, kommt der Passform aber trotzdem zu Gute. Ich berechne meine FBA immer nach dem Konzept von Ysolda Teague. Wer sich dafür interessiert, findet sehr detaillierte Infos zum Vorgehen, angepasst an den eigenen Körper, im Buch „Little Red in the City“ von Ysolda Teague.
Hier gibt es das E-Book. Als richtiges Buch muss man die Augen offen halten. Ab und zu ist es bei manchen hiesigen Händlern verfügbar, sodass mein kein Porto+Einfuhr aus UK bezahlen muss. Google hilft da am besten weiter.

Mehr gibt es zum Entstehungsprozess nun aber auch wirklich nicht mehr zu sagen. Achso, na vielleicht noch folgendes. Schlussendlich verbraucht habe ich nur 350g Garn. Da sind also wiedermal Reste, aber das war, wenn man mal ehrlich ist, zu erwarten.
Außerdem denke ich weiterhin auf einer Kurzarm-Variante herum. Mich juckt es in den Fingern, eine solche aus einem Farbverlaufsbobbel anzuschlagen. Allerdings sind das 1000m-Bobbel, da bleibt ja dann einiges über. Das wäre irgendwie schade drum. Da überlege ich wohl noch weiter. Der Bobbel und die Anleitung liegen bereit, ich kann also loslegen, wenn mich der Rappel packt.

Schlussendlich kann ich sagen, ich mag das Design sehr und es trägt sich auch wunderbar. Allerdings würde ich beim nächsten Mal folgende Punkte berücksichtigen.

Ich würde für mich nächstes Mal statt für Größe L2 für Größe L1 entscheiden. Außerdem würde ich vielleicht am Rückenteil noch ein Paar Abnahmen vorsehen, da sich dort unterhalb der Schulterblätter doch sehr viel Material ansammelt. Das fällt zwar schön, aber ist dort tendenziell nicht erforderlich.
Außerdem stört mich, dass der glatt rechts gestrickte Körper am Übergang zum Ärmel-Lace Falten wirft. Die kann man sicherlich ein wenig mit Dämpfen reduzieren. Aber das mag ich ja nicht nach jedem Waschen tun. (Das Bügeleisen fristet hier ein sehr einsames Dasein und ist aufgrund bügelhungriger Hemden im Zweifelsfall besser mit dem Strickmann befreundet als mit mir…)

  • Anleitung: Rosina Pullover von Fadenstille (Ravelry-Link), kostenfreie Anleitung
  • 350g Hobby Rainbow Cotton 8/4 Solid, Farbe 47 (100% Baumwolle), LL ca. 170m/50g (B-Ware, LL weicht evtl. ab)
  • Größe L2
  • NS 3,0
  • Tubular Cast On
  • FBA: Beginn 5cm nach Abteilung der Ärmel, 12 Reihen
  • Abnahme Taille: 3x 11. R, 5x 6. R, damit die engste Stelle in meiner Taille liegt.
  • Bordüre auf einen Musterrapport rediziert, deshalb vorher Zunahmen: 4x 10. R
  • Jeny’s surprisingly stretchy Bind off
  • Kosten: Garn 11€ (inkl. 3 Knäul Rest)
  • fertig gestellt: Juni 2021

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Creativ Lovers, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung folgt, wenn Linkparty online)

4 Kommentare zu „Sommerpullover „Rosina“ von Fadenstille

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