Socken „SwenSocks“ – Teststrick

Ich bin ein wenig „late to the party“, aber es gibt seit Anfang Oktober ein neues Sockendesign bei Sockshype: die SwenSocks. Unisex geeignete Socken mit einem traditionellen Gansey-Muster aus rechten und linken Maschen bis zu Größe 48/49. Aber es geht natürlich auch kleiner. :D Nachfolgend möchte ich ein wenig über meinen Teststrick zu dieser Anleitung berichten.

Als ich im August in der Nähe von Köln auf Familienbesuch war, habe ich mich spontan mit Barbara von Sockshype getroffen. Dies war das erste Mal, dass wir uns „in echt“ gesehen haben und es war mir ein Fest. Und während wir so bei einem kühlen Getränk und einem kleinen Snack im Bistro auf dem Markplatz saßen, zeigte sie mir u.a. ihr Modell für ein Paar „Männersocken“, das sie bereits für einen kommenden Teststrick in der Pipeline hatte. Da war ich schon angetan. Nicht nur wegen des schönen Strukturmusters, das von den klassischen Gansey-Mustern inspiriert ist. Diese Muster kennt man von den traditionellen Pullovern der englischen und schottischen Fischer. Auch die Fersenkonstruktion fiel mir gleich ins Auge und weckte mein Interesse.

So kam es also, dass Anfang September der Aufruf für den Teststrick in meinen Nachrichteneingang flatterter. Ich hatte natürlich inzwischen einen Pullover-Teststrick angenommen (dazu wann anders mehr), was mich kurz etwas ins Wanken brachte. Aber gar kein Problem, planen kann ich! Also habe ich taktisch klug die erste der beiden SwenSocks zwischengeschoben und die zweite nun Anfang Oktober fertig gestrickt. Da mein Mann die Socken bekommen sollte und er zum Glück nur Größe 42/43 trägt, bin ich bzgl. des nötigen Aufwands glimpflich davongekommen.

Damit das Muster gut zur Geltung kommt, habe ich mich für eine semisolide Färbung vom Schlei-Schäfchen entschieden. Diese habe ich im letzten Jahr bei Wolle zwischen den Meeren in Silberstedt gekauft, s. hier. Das Garn hat einen wunderbar kräftigen, warmen und tiefen Gelbton, den ich leider nur mal mehr und mal weniger auf den Fotos einfangen konnte. Es ist ein normales 75/25-Sockengarn, dafür aber angenehm weich.

Die SwenSocks werden toe up gestrickt. Man startet mit der Schleudersternspitze. Wer hier häufiger mitliest, weiß, was jetzt kommt: Das ist meine Lieblingsspitze! Barbara hat die Toeup-Version auch bereits separat veröffentlicht, hier. Da Bandspitzen an meinem Füßen schnell kaputt gehen, stricke ich fast nur noch diese Spitze.
Um die Spitze optisch noch etwas zuverlängern, habe ich anschließend noch vier Runden glatt rechts gestrickt.

Danach gehts gleich los mit dem Strukturmuster. Dieses besteht nur aus rechten und linken Maschen und ist durch die Symmetrie sehr logisch und einprägsam aufgebaut. Spätestens nach der ersten Musterwiederholung konnte ich den Chart beiseite legen. Das Muster strickt man lediglich auf dem Oberfuß, die Sohle wird glatt rechts gestrickt.

Der Blickfang an der Ferse entsteht dadurch, dass die Spickelzunahmen unter dem Fuß gestrickt werden. Dadurch formt sich optisch eine Art Mittelrippe, von der aus sich die Maschen zu beiden Seiten auffächern. Keine Sorge, getragen merke zumindest ich diese Mittelrippe überhaupt nicht. Wenn man die benötigte Maschenanzahl erreicht hat, wird ein abgerundetes Käppchen wie bei einer Herzchenferse und dann die Fersenwand gestrickt. Eigentlich ganz einfach.

Am Schaft strickt man wieder das Strukturmuster, jetzt aber über den ganzen Umfang. Je nach gewünschter Schaftlänge kann man sich hier also noch eine ganze Weile aufhalten. Auch hier habe ich wieder Glück gehabt, denn mein Mann ist nicht so für lange Sockenschäfte. Hihi! :)

Nach Anleitung endet man mit einem 3re-1li-Bündchen. Aber das ist ja schlussendlich jedem freigestellt. Zum Abketten schlägt Barbara das Abketten mit Umschlag vor. Das müsste meines Wissens wie Jeny’s surprisingly stretchy Bindoff sein, den vielleicht die ein oder andere von euch schon mal verwendet hat. Der ist super elastisch und eignet sich m.E. super für Socken. Allerdings sieht er im ungedehnten Zustand etwas krumpelig aus. Aber da kann ich drüber hinweg sehen.

Achja, und ich habe im Rahmen dieses Teststricks glaube ich das erste Mal Maschen mit einem Fadenring angeschlagen. Dabei werden laienhaft ausgedrückt lauter Maschen um den zu einer Schlaufe gelegten Faden gehäkelt und zur Runde geschlossen. Im Nachgang zieht man dann den Fadenring zusammen und so schließt sich die Spitze der Socke spätestens nach dem Vernähen des Anfangsfadens.

Barbara gibt in der Anleitung übrigens auch Tipps für das Stricken der Spitze und Ferse in einer Kontrastfarbe bzw. sogar auch für das Einfügen dünner Streifen in einer kontrastierenden Farbe an der Spitze und am Bündchen. Da kann man nach Herzenslust auf kleinere Sockenwollreste kombinieren.

Für die beiden Socken in Größe 42/43 habe ich nur 66g Sockengarn verbraucht. Wie gesagt mit nicht allzu langem Schaft. Gestrickt habe ich mit 2,5mm-Nadeln und 64 Maschen. Eine solche Garnmenge brauche ich sonst für Socken in meiner Größe (38/39). Von daher hat mich das am Ende doch etwas gewundert, aber vielleicht hatte der Strang leichtes Übergewicht. Das habe ich vor dem Anstricken nicht geprüft.

Wenn ich dein Interesse wecken konnte, schau doch mal bei Sockshype vorbei. Die Anleitung habe ich dir ganz oben sowie unten in der Auflistung der Eckdaten verlinkt. Die Anleitung ist kostenfrei über den Webbrowser verfügbar. Solltest du lieber nach einer Anleitung als PDF stricken oder auch einfach die hinter der Anleitung stehende Arbeit wertschätzen wollen, kannst du die Anleitung für ein paar Euronen auch käuflich über den Shop dort erwerben.

  • Anleitung: SwenSocks von Sockshype
  • 66g Schlei-Schäfchen Sockenwolle 4-fach, Färbung Goldener Herbst (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 420m/100g
  • NS 2,5mm
  • Größe 42/43, 64M
  • toe up
  • Maschenanschlag mit Fadenring
  • Zunahmenferse mit Keil unter der Ferse
  • 3re-1li-Bündchen
  • Jeny’s surprisingly stretchy Bindoff
  • Kosten: Garn 10€ (inkl. Rest)
  • fertig gestellt: Oktober 2022

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Creativ Lovers, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung für diesen Artikel nicht vorgenommen.)

11 Kommentare zu „Socken „SwenSocks“ – Teststrick

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    1. Hey Anke,
      hehe, ertappt. Nein, das ist nur meine Wortwahl. Die Alternative wäre, sie als „Männersocken“ zu bezeichnen, da das Muster neutral ist und die Anleitung auch Angaben für sehr große Größen bietet. Da ich das Wort aber doof und einschränkend finde, habe ich unisex gewählt. War anscheinend auch irreführend. 😅
      Liebe Grüße
      Anma

      Gefällt 1 Person

      1. Ich habe mir die Anleitung gleich gespeichert. ☺️ Allerdings führt dein Link zu einer anderen Anleitung. Ich habe mir die richtige aber gesucht und gleich gefunden mit dem Namen.
        Liebe Grüße Catrin.

        Gefällt 1 Person

    1. Hallo Britta! Auf jeden Fall! Es ist nicht schwerer. Nur ein wenig anders. Wobei du das Muster ja auch einfach verwenden kannst, wenn du von oben strickst. Das kannst du ja gut mit deinem Standard-Sockenrezept kombinieren.
      Liebe Grüße
      Anma

      Gefällt mir

  1. Liebe Anma, du hast wieder einmal einen wunderschönen Blogbeitrag geschrieben. Auch ich denke noch oft an das spontane Treffen mit dir an diesem heißen Sommertag in Ratingen zurück. Wir haben soviel gequatscht und gar nicht gemerkt, wie die Zeit verstrich. Na, und dass ich neue Entwürfe zu meinen Socken mitgebracht hatte, das war sicher ein guter Plan. Denn so konntest du dir die nächsten Teststrickmodelle gleich live angucken.

    Ich fand es klasse, dass du – obwohl du noch weitere Testaufträge angenommen hattest – die SwenSocks auch noch dazwischen geschoben hast. Zur Garnauswahl kann ich dir und deinem Mann nur gratulieren. Als hätte der Strang nur auf die SwenSocks gewartet. Sie sehen so toll aus. Danke, dass du mit deinem geschulten Testauge, den einen oder anderen Patzer in der Anleitung erkannt und sie damit perfektioniert hast.

    Vielleicht bist du ja auch beim nächsten Teststrick dabei….

    Gefällt 1 Person

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