
Ich gehöre meist zu den Strickerinnen, die nicht einfach was anschlagen, weil man spontan inspiriert wurde. Ich habe meine Stricktapete mit gespeicherten Designs, die bis zu meinem Lebensende reichen, und suche mir dort etwas aus und dann die passende Wolle, wenn ich ein neues Projekt benötige. Hier aber war es tatsächlich mal anders. Ich habe den Born Slippy von Hedgehog Fibers (ravelry-Link) auf Instagram gesehen, hatte sofort Wolle aus dem Wollberg im Kopf und hatte schneller angeschlagen als ich gucken konnte. :)
Die Anleitung war mir in den Vorschlägen von ravelry bzgl. neu erschienener Designs über den Weg gelaufen. Ein schlankes Dreieckstuch, das man gut um den Hals wickeln kann. Zweifarbig gestrickt mit einem einfachen Mosaikmuster, umgesetzt mit Hebemaschen. Und die Tuchgröße ist perfekt anpassbar an die Wollmenge, die man hat, da das Tuch von Spitze zu Spitze gestrickt wird. Nach der Hälfte des Garns kann man so also die Zunahmen beenden und mit den Abnahmen beginnen, sodass man kaum Reste behält. Gestrickt aus DK-garn, also ein richtig schön warmes Winterkuscheltuch. Und dann war die Anleitung auch noch kostenfrei. Das alles beschreibt den Born Slippy von Hedgehog Fibers (ravelry-Link).
Die Anleitung gibt es kostenfrei auf der Seite von Hedgehog Fibers, nachdem man dort seine Mailadresse angegeben hat. Damit melden man sich für einen Newsletter an. Wer den nicht möchte, kann den aber hinterher auch direkt wieder abmelden.

In der Anleitung wird wie zu erwarten mit einem Garn von Hedgehog Fibers gearbeitet, schließlich wird dort auch die Anleitung zur Verfügung gestellt. Die Designerin, die dahinter steht ist übrigens die Beata Jezek, sagt ravelry. Ich hatte mit Hedgehog Fibers bisher gar keine Berührungspunkte. Von daher weiß ich über die gute Frau ansonsten nichts. Tat aber auch nicht Not, um mit ihrer Anleitung dieses schöne Tuch zu stricken.
Ich habe einen bereits 2021 erworbenen Schatz aus meiner Wollberg verstrickt. Erworben hatte ich es beim Abverkauf der Deichqueen, ein Wollgeschäft an der Nordseeküste, welches zu dem Zeitpunkt leider den Betrueb aufgegeben hat. Gekauft hatte ich es tatsächlich mit dem Gedanken an ein kuscheliges Tuch, aber erste Recherchen hatten damals nicht zu einer Anleitung geführt und dann habe ich es aus den Augen verloren.
Ich hatte 250g (5x50g-Strang) der Schoppel HanfWerk in einem Graublau, die Farbe nennt sich dort Mondblau, und 150g (3x50g-Strang) in einem hellen Grau mit der Farbbezeichnung Porzellan bestellt. Das Garn besteht aus 90% Wolle und 10% Hanf. Dadurch ist es zwar nicht super flauschig weich, aber sehr angenehm auf der Haut und hat durch die Hanffasern einen tollen Griff. Es hat eine Lauflänge von 150m/50g, fällt also eher in die Garnstärke Sport als DK, aber das war mir egal, da auf jeden Fall genug Garn da war.

Und so habe ich dann mit Nadelstärke 4,0mm (laut Anleitung 4,5mm, aber eben auch mit etwas dickerem Garn) losgelegt. Und was soll ich sagen. Es ging nicht rasend schnell, aber das eingängige und einfach Muster strickte sich entspannt weg. Mal mit mehr und mal mit weniger Elan. Wie das eben so ist. Ich würde diese Anleitung durchaus als anfängertauglich einstufen.
Schlussendlich wechselt man alle zwei Reihen die Farbe. Der Musterbereich wird immer breiter bzw. nach der Mitte sukzessive weider schmaler durch einfache Zu-/Abnahmen. Die Ränder werden durch eine Streifen krausrechter Maschen gesäumt, die das Tuch schön einfassen. Ich mag das handwerklich einfache Muster, das trotzdem effektvoll rauskommt. Je nach Garnwahl wirkt es völlig anders. Ich habe durch die Ravelry-Projekte gestöbert und mehrere Tücher gesehen, bei denen ich auf den ersten Blick nicht gedacht hätte, dass es die gleiche Anleitung ist. Das Muster kommt je nach Garstärke und -art sowie der Stärke des Kontrasts und ob die Hauptfarbe oder die Kontastfarbe dunkler ist, ganz anders rüber.

Verstrickt habe ich am Ende 239g der Hauptfarbe und 145g der Kontrastfarbe, sodass ich nur kleine Reste von 11g und 5g über habe. Das finde ich gut. Und so einen kleine Rest des Garns hebe ich gerne auf, falls ich mal hängenbleibe oder anderswie ein kleiner Schaden entsteht. Dann kann ich mit dem Originalgarn flicken.
Wenn ich sagen müsste, was mir nicht gefällt an dem Tuch, wäre das einzige wohl folgendes. Der Rand aus krausrechten Rippen führt leider nicht dazu, dass das Tuch sich ganz glatt legt. Auch nach dem Waschen klappt diese Kante immer nach hinten um. So sieht man sie also im getragenen Zustand leider nie wirklich. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Es ist ein wenig schade, weil ich mag die Kante, aber es stört auch nicht. Würde Sie nach vorne klappen, würde es mich mehr stören, und getragen ist es am Ende egal, ob das Tuch sich auf diese Weise eben doch ein wenig an den Rändern „einrollt“.

Nach dem Waschen und Auslegen (und nun auch schon eine Weile der Benutzung) ist das Tuch 2,45m lang und an der breitesten Stelle 45cm tief. Ich kann es entspannt drei mal um den Hals schlingen und die Enden zusammenknoten. Dabei ist es nicht zu eng und trotzdem halsnah und kuschelig. Ich trage es wirklich viel, weil es durch den Blauton super zur Jeans passt. Dieses Tuch ist eins dieser Basics, dass zwar nicht alle Aufmerksamkeit auf sicht zieht, wo man geht und steht, auf das man aber keinesfalls mehr verzichten möchte.



- Anleitung: Born Slippy von Hedgehog Fibers (kostenfrei)
- 239g Schoppel HanfWerk, Farbe 2405 Mondblau (90% Wolle, 10% Hanf), LL 150m/50g
- 145g Schoppel HanfWerk, Farbe 2280 Porzellan (90% Wolle, 10% Hanf), LL 150m/50g
- Spannweite 2,40m, Tiefe 45cm
- NS 4,0mm
- Kosten: 51€ Garn, Anleitung kostenfrei
- fertig gestellt: September 2023








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