
Nach den „Leicht“-Socken, die ich dir letzte Woche vorgestellt habe, kam die erste Wettbewerbsrunde der Sockmadness dieses Jahr im März. Es war eine angenehm simple Abwechslung zu der Qualifikationsrunde ohne das negativ zu konotieren, denn die „Valgus“ von Jennifer Ruschinski (ravelry-Link) sind ebenfalls optisch ein Highlight und ich trage sie sehr gerne. Gerade jetzt habe ich sie zufällig an und beim Anziehen heute Morgen überlegte ich unbewusst, welche Farbkombis mein Wollberg für ein weiteres Paar hergeben würde.
Als die Anleitung für diese Socken im Zuge der diesjähirgen Sockmadness in mein Postfast gespühlt wurde, schoss mir sofort eine Farbkombination in den Kopf. Ich hatte einen Strang Sockenwolle im Wollberg, den ich selbstgefärbt habe und auf den ich auch ein wenig stolz bin. Eine Mischung aus braun/ocker mit grünen und blauen Einschlägen. Dazu hatte ich kurz vorher einen Rest zurück in den Wollberg geräumt, nämlich den von meiner zweiten Schwiegermütze. Ein semisolides, handgefärbtes Sockengarn von FarbenReich (ohne Internetpräsenz) in Petrol. Während des Strickens musste ich mir dann noch einen zweiten, farblich passendes Rest suchen, weil mir ganz knapp vor Ende das Garn ausging. Das ist dann ein kleiner Rest Sockenwolle vom Mondschaf in der Farbe Totoro geworden. Aber dazu später mehr.
Nach dem Qualifier war ich absolut begeistert zu sehen, dass ich für die erste Wettbewerbsrunde erst einmal nur einen „Lappen“ in Reihen stricken muss. Okay, ein paar Zöpfe und Zu- und Abnahmen an den Rändern, aber mein Gott. Das ging echt fix. Der Maschenanschlag war freigestellt und ich habe den altnorwegischen Maschenanschlag gewählt. Das ist bei Socken, die von oben nach unten gestrickt werden, mein Favorit, weil er schön elastisch ist.

Nach einer Weile wird in das Läppchen auf halber Breite ein Kontrastfaden eingearbeitet, um die Stelle für die Ferse zu markieren und dann geht es weiter mit dem eingängigen Zopfmuster. Dadurch dass man ein Parallelelogramm strickt, erzeugt man die über den Fuß wandernde Naht in der Kontrastfarbe, die entsteht, wenn man die beiden Kanten des Lappens am Ende zusammen näht.
Zur Runde geschlossen wird dann das erste mal für die Spitze. Die wird ebenfalls in der Kontrastfarbe gearbeitet. Im Grunde ist es eine einfache Bandspitze. Hier erfindet keiner das Rad neu.

Als nächstes habe ich ober- und unterhalb des Kontrastfadens Maschen aufgenommen, den Faden herausgelöst und die nachträgliche Ferse eingestrickt. Das funktioniert am Ende genauso wie bei der Spitze. Geschlossen werden sowohl die Spitze als auch die Ferse im Maschenstich. Auch die Ferse habe ich in der Kontrastfarbe gestrickt.
70 Maschen für eine Socke ist für meine Füße verhältnismäßig viel. Gearbeitet habe ich wie üblicherweise mit 2,5mm Nadeln. Die große Maschenazahl resultiert aus dem Zopfmuster, das das Gestrick zusammenzieht und weniger elastisch macht, und auch die Kontrastnaht zwängt das Gestrick etwas ein und verhindert die Elastizität wie wir sie von glatt rechts gestricktem Gestrick kennen. So sitzen die Socken jetzt angenehm eng am Fuß und beim Anziehen ist es über die Ferse sogar relativ eng (hoher Spann und so) aber noch vollkommen im Rahmen.

Das Highlight der Socken ist sicherlich das Schließen der Kontrastnaht. Dafür werden die Randmaschen des Lappens aneinander gelegt und dekorativ miteinander vernäht. Wenn mich nicht alles täuscht, ist das eine Form des Überwendlingsstich. Man legt die beiden Kanten mit den linken Seiten aneinder und sticht immer aus der gleichen Richtung durch beide Lagen, sodass der Faden sich mit leichtem Versatz um das Paket aus Randmaschen schlingt und so die sichtbare Spirale bildet.
Leider reichte meine Kontrastfarbe nur noch für eine der Nähte. Außerdem musste ich auf Hinweis einer der Moderatorinnen an der einen Ferse noch einmal nacharbeiten, sodass ich dort auch mit dem Mondschaf-Garn, das deutlich stärker meliert ist, ergänzen musste. Der ursprüngliche Faden hatte das Aufmachen leider nicht so gut überstanden. Aber das macht nichts. Das sind Socken mit Charakter.

- Anleitung: Valgus von Jennifer Ruschinski (ravelry-Link)
- 49g SuperGarne Aktiv 17/4, Farbe braun-grün-meliert, selbstgefärbt (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 420m/100g
- 16g FarbenReich, Farbe petrol (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 420m/100g
- 1g Das Mondschaf Pegasus, Farbe Totoro (75% Merino, 25% Polyamid), LL 420m/100g
- NS 2,5mm
- Größe L (70 Maschen)
- Altnorwegischer Maschenanschlag
- nachträgliche Ferse
- Bandspitze
- Naht mit einer Art Überwendlingsstich
- Kosten: Garn inkl. Rest <5€ und Reste
- fertig gestellt: März 2023




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