Tuch „Swanja“ von Sockshype – Teststrick

Ein Dreieckstuch mit kleinem Strukturmuster, gut zum Nebenbeistricken. Eingefasst mit einem ICord-Rand und beliebig vergrößerbar: Das Tuch „Swanja“ von Sockshype. Ich habe im Rahmen des Teststricks eine nicht ganz so warme Baumwollvariante gestrickt.

Wer in den letzten Monaten, um es freundlich auszudrücken, meinen Block verfolgt, hat eventuell bemerkt, dass die zuletzt veröffentlichten Projektbeiträge fertige Strickstücke aus 2023 behandeln. Ich hänge hier gnadenlos hinterher, habe aber jetzt über den Jahreswechsel ein gutes halbes Jahr an Projekten in entsprechende Blogbeiträge verwandelt (unfreiwilliges Filzprojekt, herbstliche Streifensocken, Tuch „Born Slippy“). Das Tuch „Swanja“ reiht sich dort nun ein. Es handelt sich um ein Design von Barbara von Sockshype und es gab dazu im Oktober 2023 auch einen KAL. Das nur der Vollständigkeit halber. Vielleicht hast du ja sogar mitgestrickt?

Obwohl das nun alles schon längst beendet ist, möchte ich das fertige Stück nicht verheimlichen. Deshalb also nun zu meinem Tuch „Swanja“!

Barbara hatte angefragt für den Teststrick eines schlichten Dreieckstuchs mit Strukturmuster. Die Tuchform ist nicht mein Favorit, dazu später, aber das Muster fand ich schön. Wolle kaufen wollte ich dafür allerdings nicht. Der Tauchgang in meinem Wollberg beförderte drei Knäul gefachtes Baumwollgarn in dunkelrot zu Tage. Das Garn stammt von wool.discount. Erwerben kann man diese Garne u.a. bei Garnwelt.de. Ich habe da mal über Ebay mehrere Qualitäten und Knäul erworben. Es handelt sich dabei um zu Knäul gewickelten Kleinmengen an Garnen, die sonst wohl in der Modeindustrie verwendet werden, aber aufgrund zu geringer Mengen nun ihren Weg zu den Handstrickern finden. Das Angebot wechselt deshalb auch immer, sodass man nicht gezielt DAS Garn kaufen kann.

Das von mir verwendete Garn war ein 50/50-Baumwolle/Poly-Gemisch mit einer Lauflänge von 225m/100g. Verstrickt habe ich es mit Nadelstärke 3,5mm, bzw. 4,0mm für den ICord. Bis auf wenige Gramm habe ich die drei Knäul komplett aufgebraucht. Das hat gereicht für eine Tuchspannweite von ca. 1,60m und eine Tiefe von, ich habe sie leider nicht gemessen, aber geschätzt 80cm.

Das Tuch wird mit wenigen Maschen am spitzen Ende der langen Tuchkante begonnen. Man startet hier auf pfiffige Art mit der ICord-Kante, die gleich rund gearbeitet wird und sich dann rechts und links fortsetzt, während man zwischen den ICords immer mehr Maschen für die Musterfläche zunimmt. Das erklärt Barbara in der kostenfreien Anleitung alles ganz kleinschrittig.

Die immer größer werdende Musterfläche wird im Strukturmuster gearbeitet. Das zopfähnliche Muster wird durch verkreuzte Hebemaschen hervorgerufen. Man hebt dabei zuerst inzwei Reihen eine Maschen nur ab, während man die angrenzenden Maschen glatt rechts strickt. In der nächsten Reihe wird die Hebemaschen mit der benachbarten Maschen, nach Muster links oder rechts, verkreuzt und abgestrickt. Es sind also quasi 1×1-Verzopfungen. Dadurch dass eine der beiden Zopfmaschen in den Vorreihen nur abgehoben wurde, tritt sie aber deutlich mehr hervor.
Das Muster hat man schnell verinnerlicht. An der Tuchseite, an der Zunahmen gemacht werden, bastelt man, sobald die Maschenzahl es zulässt, Rapporte dazu. So wird die Musterfläche immer größer.

Wenn das Garn zu Ende geht oder man die gewünschte Größe erreicht hat, kettet man die dann inzwischen große Maschenanzahl mit einem ICord ab. Lieber ein paar Gramm Garn mehr übrig lassen, damit es für den ICord ausreicht. Denn die Kante ist wirklich lang und ein ICord frisst ordentlich Garn. Und sind wir ehrlich, den wieder aufmachen, möchte keine von uns, nur weil am Ende für zehn Maschen das Garn nicht reicht… *seufz*

Barbara erklärt auch hier übrigens sehr schön in der Anleitung wie man den Übergang der seitlichen Icord-Maschen in den ICord der Abkettkante hinbekommt, sodass das richtig schön ordentlich aussieht am Ende.

So habe ich also mein Tuch „Swanja“ fertig gestellt. Aber im Nachhinein gibt es mehrere Punkte, die leider dazu führten, dass ich es nicht getragen und inzwischen verschenkt habe. Das liegt keinesfalls an der Anleitung. Barbara hat da wieder ein mal ein schönes Design geschaffen und in der Anleitung super umgesetzt.
Aber mir liegt einfach diese Tuchform nicht. Es ist mir zu viel am Hals und die Enden sind zu kurz, sodass ich es nicht komfortabel wickeln und knoten kann.
Zudem war die Wahl eines Baumwollgarns einfach für mich nicht gut. Dadurch dass so viel Material am Hals liegt, trage ich es nicht zur wärmeren Jahreszeit, für die das Material aber ideal wäre. Im Winter wiederum, wo man sich darin einkuscheln könnte, trage ich lieber Wolltücher.
Und ich habe einfach das Einrollen der Ränder nicht in den Griff bekommen. Der ICord ist dazu nicht zweckdienlich. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei einem Wollgarn anders wäre. Grad an den Tuchecken ergab sich dadurch ein unschönes Geknüddel.

Die Anleitung ist kostenfrei auf Sockshype hier nutzbar, man kann auch eine PDF-Version gegen kleines Geld erwerben. Im Original wird das Tuch mit einem Merinogarn, der Merino extrafein 120 von Schachenmayr gestrickt, sodass es dann auch wintertauglich ist.

  • Anleitung: Swanja von Socksyhype (kostenfrei)
  • 296g wool.discount, Farbe rot (50% Baumwolle, 50% Polyamid), LL 225m/100g
  • Spannweite 1,60m, Tiefe 80cm
  • NS 3,5mm bzw. 4,0mm fürs Abketten mit ICord
  • Kosten: 6€ Garn, Anleitung kostenfrei (Teststrick)
  • fertig gestellt: Oktober 2023

Verlinkt bei Lieblingsstücke, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
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