Sommerpullover „Brisa“

[Werbung: unbeauftragt]
Es musste mal wieder ein Kleidungsstück sein. Geworden ist es ein sommerlicher Pullover mit großzügigen Lochmusterstreifen und selbst entworfenem Farbkonzept. Gestrickt aus Baumwoll- und Viskose-Garnen trägt er sich gut an kühlen Sommertagen. Ich freue mich sehr über diesen Hingucker in meinem Kleiderschrank.

Geplant war eigentlich ein Sommertop, aber beim Durchstöbern der Will-ich-stricken-Liste fiel mir der Pullover „Brisa“ nach einer Anleitung (Verfügbarkeit evtl. zeitlich begrenzt) von katiayarns vor die Füße. Ich hatte durch Ablegen der Links diverse Anleitung „gemerkt“. Leider musste ich aber feststellen, dass diese nicht wie bei Drops ohne Zeitbegrenzung online sind, sondern dass die Links eben zu einem große Teil nicht mehr funktionierten. Sehr schade und nicht mehr nachvollziehbar, welche schönen Dinge mir hier nun durch die Lappen gegangen sind. Der besagte Pullover konnte aber noch abgerufen werden und hat mich gleich erneut angesprochen.

Die Anleitung ist für ein hauseigenes Baumwoll-Viskose-Garn von katia geschrieben. Ich wusste aber, ich möchte Garn aus dem Wollberg verwenden. Welches egal, aber eben nichts kaufen. Nach dem üblichen Hin und Her der Projektfindung hatte ich mich für die Brilla von Lana Grossa, ein Viskose/Baumwolle-Gemisch entschieden. Hier von hatte ich sechs Knäule in beige und zwei in anthrazit im letzten Sommer bei Sabenja über etsy erworben. (Dort gibt es eine schöne Auswahl an Garnen zu schönen Preisen. Viel Lana Grossa, aber auch andere und gefachte Handstrickgarne verschiedener Zusammensetzung. Ich stöbere dort gerne.) Ergänzen wollte ich dies durch zwei Knäule eines gefachten Garns in charmanten Rot/Rost/Orange/Pink/Braun-Tönen, so von allem ein bisschen. Das Garn ist einer der ältesten Bestände (von den geerbten mal abgesehen) in meinem Wollberg und ich war begeistert, hierfür endlich eine schöne Verwendung gefunden zu haben.

Die Anleitung, die es gegen ein geringes Entgelt bei katiayarns im Onlineshop gibt, ist sehr simpel und ähnelt den kurz gehaltenen Anleitungen in alten Strickzeitschriften sowohl in der Aufmachung als auch in der Art der Konstruktion des Strickstücks. Hier wird alles separat in Reihen gestrickt und hinterher zusammen genäht. Dafür ist sie auch auf italienisch enthalten, bellissima! :)
Hier waren meinerseits eine Anpassungen erforderlich:

  • Korpus in Runden bis zum Beginn der Armlöcher gestrickt. (Seitlich je eine Fake-Naht – eine Maschensäule linke Maschen – eingearbeitet.)
  • Ärmel direkt am Korpus ansetzen und von oben nach unten in Reihen gestrickt.
  • Ärmel um 10 Maschen verengt.
  • Ärmel um 10 Reihen gekürzt,obwohl die Ärmel vom Schnitt her länger sind als in der Anleitung.
  • Halsbündchen im Rippenmuster .

Das bedurfte zwar einiger Umplanung und etwas Gehirnschmalz, insbesondere das Umrechnen der Ärmel inkl. Abnahmen und Streifenaufteilung, aber das hat alles gut klappt. Einzig die Lochmuster laufen nun natürlich gegenläufig zu denen am Körper. Angezogen springt es finde ich nicht ins Auge. Das ganze Muster umzukehren, sofern überhaupt möglich, war mir nun doch zu viel Aufwand.

Schwieriger war die Entscheidung bzgl. des Farbkonzepts: Schnell hatte ich entschieden, dass ich das rote Garn im oberen Bereich des Körpers bzw. der Schultern einsetzen wollte. Da in dem Bereich Vorder- und Rückteil getrennt gestrickt werden, konnte ich auch den Garnverbrauch beim Stricken gut kalkulieren, da klar war, dass je ein Knäul pro Vorder- bzw. Rückseite ausreichen muss. Zwischendurch hatte ich echt Schiss, dass es nicht reicht. Aber auch das ging gut.

(Dass es auch bei dieser Oberbekleidung wie immer den Moment gab, in dem ich dachte, ich hätte was bauchfreies produziert, und ziemlich geknickt war, möchte ich nicht weiter darlegen. Wobei im Nachgang das Foto gar nicht mehr so schlimm erscheint. Aber ich war so unglücklich, wirklich so so so unglücklich.)

Interessant wurde es dann nach Fertigstellung des Körpers. Dann musste entschieden werden, wie ich die Ärmel gestalten möchte. Ob ich überhaupt Ärmel möchte? Es sah nämlich auch so als Sommershirt ganz schick aus. Daraufhin habe ich erst mal meinen Ribbon Wrap angeschlagen. Und zu Ende gestrickt. :D


Das Problem war, ich hatte nach dem Rumpf nur noch knapp zwei Knäule Beige übrig und war mir sicher, nicht mit einem Knäul pro langem Ärmel hinzukommen. Also, was tun, sprach Zeus. Erste Idee: Beide Ärmel bekommen im Bereich des Ellenbogens einen Streifen in anthrazit. Zweite Idee: Ich ordne die anthrazitfarbenen Streifen an den Ärmel auf unterschiedlichen Höhen an, um eine Asymmetrie zu erzeugen. Dritte Idee: Die beiden Ärmel gegengleich arbeiten. Was bei dem linken beige ist, ist beim rechten anthrazit. So viel zu entscheiden. Und was zum Teufel mache ich eigentlich mit dem Halsbündchen?!

Apropos Bündchen, mit einer kleineren Nadel und sehr fest gestrickt, sahen alle vier Bündchen nach der Stricken sagenhaft perfekt aus. Aber das blieb natürlich nicht so. Da den Pflanzenfasern die entscheidende Elastizität fehlt, gingen die Bündchen beim Entspannungsbad bereits weit auf und es ist zu 90% nur noch die (nicht mehr so 1a-perfekte) Bündchenoptik ohne Funktion, da die Fasern sich nicht wieder zusammenziehen. Abzusehen, aber trotzdem schade. Ich liebe nämlich frisch gestrickte Bündchen vor dem ersten Dehnen.

Am Endergebnis sieht man, dass ich es geschafft habe schlussendlich eine Entscheidung zu treffen (zugunsten der dritten Idee), und ich bin mega zufrieden bin mit dem Ergebnis. Ich hatte ein wenig Angst, wie ein schlecht gekleideter Clown auszusehen, aber die Farben passen super zusammen und es ist einfach ein schöner Hingucker in Form eines Pullovers geworden. Manchmal muss man mutig sein!

Einzig die Aufteilung der Streifen am Körper hat nicht ganz so gut geklappt wie gewollt. Im Bereich des Busens ist nun Lochmuster. Da hätte im Optimalfall glatt rechts gestrickte Fläche sein sollen. So muss ich wahrscheinlich immer ein Top drunter ziehen.

  • 252g Lana Grossa Brilla, Farbe 2 – beige (58% Viskose, 42% Baumwolle), LL 110m/50g
  • 92g Lana Grossa Brilla, Farbe 18 – anthrazit (58% Viskose, 42% Baumwolle), LL 110m/50g
  • 95g gefachtes Handstrickgarn in Rottönen (60% Bauwolle, 20% Viskose, 15% Polyacryl, 5% Polyamid), LL 115m/50g
  • NS 4,0mm bzw. für die Bündchen 3,5mm
  • in Runden gestrickt, Ärmel direkt an den Rumpf angestrickt
  • Halsbündchen im 2×2-Rippenmuster statt Rollrand
  • Schulternaht: 3-Needles-Bind-Off
  • Materialkosten: ca. 20€
  • Fertig gestellt: August 2019

Verlinkt bei MaschenfeinCaro’s FummeleyStricklustLieblingsstückeCreative Lovers, Handmade on Tuesday, Creadienstag, Dings vom Dienstag.

5 Kommentare zu „Sommerpullover „Brisa“

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  1. Oh, mir gefällt deine Farbkombination super gut! Das Rot steht dir übrigens ausgezeichnet! Wie auch der Rest vom Pulli. Danke für den Einblick in deine Änderungen! Ganz liebe Grüße, Bine

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, liebe Bine :)
      Ich freue mich auch sehr, dass der gewählte Weg zu seinem schönen Ergebnis geführt hat. Ich mag die Farbe rot auch sehr gerne, aber ich finde sie ist häufig schwer so zu kombinieren, dass es nicht aufdringlich wirkt. Insbesondere bei pinkstichigen Rottönen. Da macht es dann Sinn sich da ausreichend Gedanken drüber zu machen. Wie gesagt, vielen Dank! Ich freue mich sehr, dass er dir gefällt!
      Liebe Grüße, Anma

      Liken

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