Rundpassen-Cardigan von Yoko Hatta

Es war mal wieder Zeit für das Stöbern in meinen Strickzeitschriften. Ich habe einige Ausgaben der Designer Knitting im Schrank stehen. Und dort bin ich fündig geworden. Ich habe mich für einen Cardigan der japanischen Designerin Yoko Hatta, auch bekannt als Kezekobo, entschieden und losgelegt.

Das Design hat leider keinen richtigen Namen. Es ist lediglich als #14 Yoke Patterned Cardigan (ravelry-Link) betitelt. Die Anleitung beschreibt einen von unten nach oben und in Reihen gestrickten Cardigan. Da ich von dem Garn, dass ich verwenden wollte, aber nur unwesentlich mehr als die Angabe in der Anleitung hatte, war mir das Risiko zu hoch. Ich habe also die Anleitung etwas umgebastelt. Statt den Körper und die Arme von unten zu beginnen, habe ich die knapp unterhalb der Rundpasse mit dem Einstrickmuster erforderliche Maschenanzahl provisorisch angeschlagen und von da aus die Rundpasse nach oben nach Anleitung gearbeitet. Anschließend habe ich die Maschen aus dem Maschenanschlag wieder aufgenommen und nach unten weitergestrickt. Also erst die Ärmel abgetrennt, zwölf Maschen unter dem Arm angeschlagen und dann Körper und Ärmel separat zu Ende gestrickt. Das hat sehr gut geklappt und ich hatte am Ende noch ordentlich Garn über. Das war aber auch ganz gut. Dazu später mehr.

Als Hauptfarbe habe ich ein reines Wollgarn, die Rowan Pure Wool Superwash Worsted, mit 200m auf 100g verwendet. 500g davon hatte ich im Wollberg. Als Kontrastfarben für das Einstrickmuster habe ich mich für zwei Farben, weiß und Grasgrün, von GrosseWolle entschieden. Ein Garn aus deutscher Merinowolle mit einer Lauflänge von 215m/100g. Von dem Grün habe ich noch eine Pullovermenge mit 600g liegen gehabt, sodass ich da gut die paar Gramm für die Rundpasse abzweigen konnte. Das weiße Garn ist ein Rest von einem Pullover, ebenfalls eine Anleitung aus einer Designer Knitting, den ich vor Jahren gestrickt habe, hier. Verbraucht habe ich 13g der grünen und 61g der weißen Wolle.

Die beiden Garne ließen sich gut zusammen verstricken. Der geringe Unterschied in der Lauflänge fiel hier nicht ins Gewicht. Ich habe die Jacke mit Nadelstärke 4,5mm gestrickt. Ich glaube für die Bündchen bin ich auf 4,0mm runtergegangen. Das weiß ich leider nicht mehr genau, würde aber meinem normalen Vorgehen entsprechen.

Als die Jacke dann fertig war, musste ich leider feststellen, dass die Ärmel eindeutig zu eng sind. Aber nur an den Oberarmen, knapp unter der Stelle, wo sie an den Körper angesetzt sind. Dann lag das gute Stück eine ganze Weile und ich habe in meinem Umfeld geschaut, ob da nicht jemand ist, der Freude an dieser Jacke hätte. Leider fand sich niemand, dem sowohl die Farbe als auch der Stil und die Größe zusagten. Ich musste mir nun also überlegen, was ich mit dem guten Stück mache.

Dieses Bild zeigt die Jacke noch mit den zu engen Ärmeln. Alle anderen Bilder sind entstanden, nachdem ich die nötigen Änderungen gemacht habe. Wie du siehst, sind diese schon im letzten Winter entstanden. Niemand ist hier mit Projektbeiträgen im Verzug! :D
Nunja, ich habe nun eben schon von Änderungen gesprochen. Und die sahen wie folgt aus:

Irgendwann habe ich mich dann aufgerafft und mutig beide Ärmel geribbelt. Anschließend die Maschen am Ärmelansatz wieder aufgenommen und von neuem losgestrickt. Um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, habe ich die Abnahmen nicht wie in der Anleitung wenige Runden nach dem Abtrennen der Ärmel begonnen sondern habe erst einmal fünf Zentimeter ohne Abnahmen grade runtergestrickt. Um die gleiche Weite an den Handgelenken bei gleicher Ärmellänge zu erhalten, habe ich anschließend die gleiche Anzahl an Abnahmen wie vorher gestrickt, aber mit geringerem Abstand. Das hat wunderbar geklappt und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Mehrarbeit hat sich gelohnt.

Danach hatte ich nun tatsächlich nur noch ca. 20g der Hauptfarbe übrig. Eine schöne Punktlandung ohne nennenswerten Rest, der aber ausreicht, um im Zweifel noch mal was zu Flicken o.ä., sollte ich mal irgendwo hängenbleiben oder sowas.

Achso, die Jacke ist eigentlich mit einer Knopfleiste gedacht. Die habe ich aber ebenfalls abgewandelt und zwar die Blenden vorne an die Vorderteile dran gestrickt, aber ohne Knopflöcher. Ich schließe Strickjacken meist eh nicht und aufgrund meiner Oberweite passen viele Schnitte geschlossen eh nicht gut. Deshalb habe ich mich für die knopflose Variante entschieden.

Sowohl die Blenden als auch alle Bündchen am Körper und an den Ärmeln sowie am Hals habe ich italienisch abgekettet, also die aktiven Maschen im Maschenstich so abgenäht, dass die schöne runde Kante entsteht. Ich mag diese Optik einfach und sie wertet für mich viele Strickstücke auf.

So habe ich nun eine wunderbare Jacke, die ich im Winter gut über ein Langarmshirt, in weiß oder khaki, aber auch im Übergang als Jackenersatz zum Überschmeißen tragen kann. Auch an kühlen Sommerabenden kam sie schon zum Einsatz und das Einstrickmuster sorgt stehts für Begeisterung bei meinen Mitmenschen. Also: Ich bin rundum zufrieden mit diesem an meine Strickvorlieben, meine Figur und meine Wünsche angepasste Projekt!

  • Anleitung: #14 Yoke Patterned Cardigan von Yoko Hatta (ravelry-Link)
  • 479g Rowan Pure Wool Superwash Worsted, Farbe 128 Hazel (100% Wolle), LL 200m/100g
  • 61g GrosseWolle Merino215, Farbe weiß (100% deutsche Merinowolle), LL 215m/100g
  • 13g GrosseWolle Merino215, Farbe Gras (100% deutsche Merinowolle), LL 215m/100g
  • provisorischer Maschenanschlag unterhalb der Rundpasse, Passe bottom up, der Rest top down gestrickt
  • Anpassung der Armabnahmen zugunster von mehr Weite am Oberarm
  • NS 4,5mm
  • Größe M
  • Kosten: Garn inkl. Rest 15€ sowie Resteverwertung für die Kontrastfarben
  • fertig gestellt: April 2023

Verlinkt bei Lieblingsstücke, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
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2 Antworten auf „Rundpassen-Cardigan von Yoko Hatta

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