Der erste Versuch: Jacquard-Socken

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[Werbung: unbeauftragt, wegen Namensnennung und Verlinkung]

Socken-Fieber, ich sags euch. Das ist schon das dritte Paar dieses Jahr. Im ganzen letzten Jahr waren es nur vier Paar. Aber wie bei allem gibt es auch hier einfach so viele schöne Ideen und Möglichkeiten. Da bin ich halt erneut den Socken verfallen und habe mich an meine CrasyTrios geschwungen :) Und dieses Mal mit dem Ziel ein zweifarbiges Gestrick am Sockenschaft zu generieren: meine ersten Gehversuche mit Jacquard. Fair Isle, Einstrickmustern, wie auch immer ihr es nennen mögt. :)

Die Anleitung „Socken für Stars“ stammt aus dem Buch „Jacquardstricken mit der Express-Methode“ von Tanja Steinbach und Frauke Kiedaisch, erschienen im TOPP-Verlag. Hier findet ihr die ravelry-Seite zu dem Buch, falls euch der Inhalt interessiert. Allerdings sind hier nicht alle Anleitungen hinterlegt.
(Bitte keine großen Hoffnungen hegen bzgl. der Express-Methode. Dies beschränkt sich auf den „Klappentext“ des Buchs und bringt nichts Neues, wenn man bereits mal hier und da geschaut hat, wie das mit dem Zweifarbigstricken so gehen könnte.)

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Nun birgt das Jacquardstricken ja einige Tücken. Ich sage nur Fadenspannung…
Also, die erste Socke bin ich sehr siegessicher mit NS 3,0mm angegangen. Ich dachte mir, der Gefahr der zu kurzen Spannfäden auf der Innenseite wirke ich durch aktives Aufpassen entgegen und das kann ja nun nicht so schwer sein. Außerdem habe ich, egal wie lang die einfarbigen Abschnitte waren, bei jeder zweiten Masche den Faden eingewebt. Ich hatte gelesen, dass dadurch vermieden werden kann, dass eine Farbe dominanter heraustritt als die andere (auch dies hängt mit der Fadenspannung zusammen). Bei der ersten Socke habe ich beide Fäden ganz normal über die linke Hand geführt und nur bzgl. der Lage etwas getrennt: Den einen Faden dicht am Fingeransatz, den zweiten Faden eher am 1. Fingerknöchel bzw. am Zeigefinder noch weiter vorne. So konnte ich die beiden Fäden gut getrennt voneinander steuern.
Anhand des Ergebnisses kann ich sagen: nicht optimal!

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Zweiter Versuch: diesmal mit einem Strickring und nur Fäden einweben bei mehr als drei bis vier Maschen einer Farbe hintereinander. Weiterhin NS 3,0mm. Beim Stricken hatte ich das Gefühl, das wird auf jeden Fall lockerer. Und ich habe mich mit dem Strickring angefreundet. Das ging sehr gut. Dieser trennt die Fäden beim Führen über den Zeigefinger und sie können nicht ineinander oder seitlich vom Finger rutschen. Zum Spannen der Fäden musste ich die Fadenführung über die restlichen Finger etwas anpassen, aber das ergab sich ganz intuitiv.
Leider kann ich jetzt schon verraten, dass das alles am Ende nicht ausreichend viel gebracht hat.

Das nächste Mal werde ich bei zweifarbigem Gestrick für Socken auf jeden Fall eine Nadelstärke größer, also dann 3,5mm wählen. Dann sollte es gut klappen.

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Shadow Wrap Ferse

In der Anleitung wird die Bumerangferse gestrickt. Die mag ich nicht. Aber um nicht ganz vom Stil der Ferse abzuweichen, habe ich mich für die Shadow Wrap Ferse nach Sylvie Rasch (Video-Anleitung hier) entschieden. Hier fand ich ansprechend, dass vor der eigentlichen Ferse Zunahmen gestrickt werden, die die Weite im Bereich des Spanns vergrößern. Laut Video werden hier (mind.) pro Seite drei Maschen zugenommen. Außerdem werden im Scheitelpunkt der Ferse Zwischenreihen gestrickt, die ebenfalls eine gewisse Anpassung an den Fuß zulassen. Im Video sind hier glaube ich mind. drei vorgesehen.

Die Ferse überzeugt mich insofern, dass ich wirklich keine Löcher an den Übergängen habe. Die Technik funktioniert sehr gut. Bzgl. der Passform an sich muss man sich aber wohl herantasten. Ich werde auf jeden Fall beim nächsten mal mind. pro Seite vier, wenn nicht sogar fünf Maschen zunehmen und auf vier Zwischenrunden erhöhen. Dann ist die Socke in dem Bereich nicht so extem auf Spannung. Sie quetscht zwar so jetzt nicht, aber es sieht nicht so schön aus.

Abgeschlossen habe ich unspektakulär mit der Bandspitze. Einfach, zuverlässig, gut :)

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Das verwendete Garn ist zum einen „Happy Feet“ in dunkelblau, das Sockengarn der Eigenmarke von Hobbii.de, und zum anderen gut abgelagerte Sockewolle von Uschi Universal in weiß und blau.
Das Garn „Happy Feet“ kann ich übrigens empfehlen. Es ist trotz des günstigen Preises angenehm zu verarbeiten und macht einen guten Eindruck. Das Maschenbild ist klasse und es fasst sich sehr gut an. Zum Glück hab ich da noch das ein oder andere Knäul… Die Farbauswahl ist nämlich auch ganz nett. Da gibt es unifarbene und print-Farben.

Insgesamt bin ich also mit den Socken zufrieden. Die Passform könnte besser sein, aber mein Gott. Das Maschenbild im Muster gefällt mir gut und auch die Rückansicht finde ich vernünftig für den ersten Versuch. Die Wolle liefert außerdem genau das erhoffte Farb-Ergebnis und ich mag sie immer wieder in die Hand nehmen und bestaunen. Wer sagt denn, dass man Socken an den Füßen tragen muss… ;)

 

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li: 2.Socke re: 1. Socke mit vermehrtem Einweben der Spannfäden

 

  • 50g Happy Feet Sockenwolle (75% Schurwolle, 25% Nylon) in Fb.36 marineblau, LL 210m/50g
  • 20g Uschi Universal Sockenwolle (75% Schurwolle, 25% Nylon) in Fb.102 weiß-blau meliert, LL 210m/50g
  • NS 3,0mm – beim nächsten Mal 3,5mm!
  • Bündchen 1×1 Rippenmuster (ohne verschränkte Maschen)
  • Kreuzanschlag (ich glaube über zwei Nadeln)
  • Jacquard-Muster gestrickt z.T. mit rotem Strickring von Oma (geht gut)
  • Shadow Wrap Ferse (nächstes Mal mehr Zunahmen und Zwischenrunden)
  • Bandspitze (1×3 Zwischenrunden, 2×2 ZR, 3×1 ZR), geschlossen mit Maschenstich bei 8 verbleibenden Maschen
  • fertig gestellt: März 2019

 

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Verlinkt bei Maschenfein, Caro’s Fummeley, liebste Maschen, Stricklust, Lieblingsstücke,  creadienstagHandmade on Tuesday und Creative Lovers.

5 Kommentare zu „Der erste Versuch: Jacquard-Socken

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  1. Wow was für hübsche Socken!
    Stricken kann ich ja schon, mache ich auch ab und zu. Socken auch. Aberkannt mit buntem Garn und ohne viel Nachdenken 😊
    Dafür habe ich eine Schwiegermutter die ähnlich drauf ist wie du! Da freu ich mich schon immer auf Weihnachten/Geburtstag.
    Lg Iggy

    Gefällt mir

    1. Hehe, na dann drück ich die Daumen, dass es die Wunschsocken zum nächsten Festtag gibt :) ansonsten vllt doch mal selbst testen? Wie geschildert hat’s auch bei mir nicht beim ersten Versuch geklappt. Aber wie cool ist es, wenn man es am Ende dann selbst kann?! ☺️
      Viele Grüße :)

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo wollgewusel, für mehrfarbiges Stricken größere Nadeln zu nehmen wird in vielen Anleitungen empfohlen. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist das aber nicht der beste Ansatz. Zumindest nicht für mich. Mit größeren Nadeln erreicht man doch eigentlich nur, dass die Maschen größer werden, an den Spannfäden ändert das aber nichts. Das Gestrick wird tatsächlich weniger eng, was bei mir aber deutlich auf Kosten des Maschenbildes geht. Die Maschen werden viel zu groß und beim Auseinanderziehen scheinen die Spannfäden durch und das Muster verschwimmt. Ich mache es lieber so, dass ich mehr Maschen stricke, um die geringere Flexibilität auszugleichen. Als Faustformel funktioniert bei mir ein Drittel zusätzliche Maschen. Würde ich 60 Maschen pro Runde stricken, werden es also 80. Das variiere ich dann je nach Garn und Musterrapport. Natürlich schreckt das einige Stricker erstmal ab, dass noch mehr Maschen gearbeitet werden müssen. Vielleicht ist das der Grund für die Empfehlung, dickere Nadeln zu nutzen. Der Nachteil, wenn er wirklich einer ist, ist, dass man bei Arbeiten mit einfarbigen und mehrfarbigen Abschitten Maschen zu- bzw. abnehmen muss. Im Grunde folgt mein Ansatz ja auch den hergebrachten Empfehlungen: Maschenproben stricken, dabei ausprobieren, mit welcher Nadel das Maschenbild am besten wirkt, und dann rechnen. Die Nadelstärke der vorhandenen Maschenzahl anzupassen ist ja genau der entgegengesetzte Weg. Das mache ich nur manchmal, wenn ich für einen kurzen einfarbigen Abschnitt nicht abnehmen möchte. Aber dann nutze ich kleinere Nadeln, damit die Maschen enger werden.
    Am Anfang habe ich übrigens auch jede zweite Masche eingewebt. Das ist zwar eine sehr gute Übung, macht aber das Gestrick gefühlt noch etwas fester und ist zudem gar nicht nötig. Unter sechs Maschen der selben Farbe webe ich keine Spannfäden mehr ein. Viele Grüße. Dennis

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Dennis,
      Wow. Danke für deinen ausführlichen Kommentar.
      Ein Drittel der Maschen zusätzlich wäre im Falle meiner Socken auf jeden Fall zu viel. Hier würde ich eher im Verhältnis 6:1 bis 8:1 denken statt 3:1. ansonsten wird es eindeutig zu weit. Aber das hängt natürlich davor ab, wie fest man dann strickt. Wenn ich mehr Maschen zunehme, kann ich natürlich (zu Gunsten des Maschenbildes) sehr fest stricken, muss die Zu- und Abnahmen aber auch in der Menge geschickt in den Übergängen zwischen den ein- und mehrfarbigen Bereichen verstecken.
      Ich gebe dir recht. Sowohl lockerer stricken als auch größere Nadeln gehe zu Gunsten des Maschenbilds, aber lieber das als nicht passende Socken und Maschen zuzunehmen hat mich bisher abgeschreckt, da ich zu faul war, mir Gedanken zu machen, wie ich die Übergänge gestalte.

      Vielen Dank für den Gedankenanstoß. Ich werde diese Herangehensweise auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Mir schwebt gerade eine Kombination aus mehr Maschen und einer Nadelstärke größer bei weiterhin festem Stricken vor, um so die Nachteile aus allen Varianten zu minimieren. Das werde ich beim nächsten Mal testen.

      Jede zweite Masche einweben ist sicherlich nicht nötig bzw. nicht förderlich. Da hast du recht. Da ich diesen Ablauf vom Knäulwechsel gewöhnt bin, war das jetzt zuerst für mich nicht weiter dramatisch und am Anfang der „natürlichste“ Weg. Es kostet mich eher Überwindung den Faden da über mehr Maschen hängen zu lassen. Das sollte ich lieber üben 😄 Sechs Maschen ohne Einweben finde ich tatsächlich aber dann doch recht viel. Das ist aber sicherlich auch Geschmachsache. Mit drei bis vier Maschen hat mir die Innenseite ganz gut gefallen: nicht so verschlungen aber auch kurz kurz genug, das man nicht hängen bleibt. Es hängt aber auch ganz viel vom Muster ab: Wenn die Spannfäden vereinzelt länger sind, ist das sicherlich kein Problem. Blöd sind immer die Farbblöcke, die genau so lang oder eine Masche länger sind als „die persönliche Grenze“. Dann hab ich immer das Einweben mittig in den Block gerückt und mich jedes Mal geärgert, dass ich jetzt schon einwebe, obwohl es es noch gar nicht dran wäre 😄 naja. Fällt wohl unter persönlicher Flitz ☺️

      Viele Grüße und frohe Ostern
      Anma

      Gefällt 1 Person

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