Die Sache mit Olympia..

Ich habe im letzten Herbst durch Zufall die Lana Grossa Olympia entdeckt. Es handelt sich dabei um nur sehr leicht gezwirntes Garn mit wechselnder Fadenstärke. Es ist ein Schurwolle-Polyacrylgemisch. Vor allem eine Mischung aus Herbst- und Brauntönen sowie leichten lilafarbenen Anteilen hatte es mir angetan. Gesagt, getan, 500g günstig erworben. Ich stellte mir eine kuschelige Strickjacke vor.
Das war mal wieder einer dieser idealen Momente, denn mit der Wolle kam gratis ein Strickheftchen mit Anleitungen für die Olympia sowie die Olympia Alpaca. Ich hatte keine großen Erwartungen, entdeckte beim Durchblätter allerdings gleich eine Kombi, die meine Aufmerksamkeit erweckte. Sie bestand aus einem Kurzjäckchen (wobei kurz anscheinend nicht gleich kurz ist, aber dazu später) und einem Loop. Beides sollte im Schachbrettmuster gestrickt werden. Man strickt also immer 2 M re, 2 M li im Wechsel und versetzt dies nach zwei Runden/Reihen um zwei Maschen.

Naja, also ran an die Nadeln. Angefangen habe ich mit dem Schal, um mich mal an das Muster ranzutasten und mir zu überlegen, ob ich mir das als Jacke vorstellen konnte.

Gestrickt habe ich mit zwei Fäden gleichzeitig. Also nach jeder Runde den Faden wechseln, sodass keine unschönen Farbanhäufungen entstehen. Das Strickbild ist einfach.. hm.. gleichmäßiger ungleichmäßig. Das verbessert die Wirkung von Multicolorgarnen eindeutig, weil man kaum größere Flächen der gleichen/sich kaum verändernden Farbe erhält.

Foto 13.11.17, 18 49 37

Als der Loop fertig war, hatte ich mich entschieden, das Jäckchen anzugehen. An sich strickt sich die Wolle super, es geht schnell und das Gestrickte ist schön warm und weich ohne sich allzusehr zu statisch aufzuladen (53% Schurwolle, 47% Polyacryl). Letzteres ist bei einem Schal nicht ganz irrelevant. Gilt eigentlich auch für eine Strickjacke, wenn ich so darüber nachdenke. Aber weiter im Text.

Ich war wirklich begeistert von dem Bild in dem Strickheft und auch beim ausmessen und anhalten des Zentimetermaßes kam es mir noch nicht so unglücklich vor, wie sie nachher saß. Wirklich schade!

Um es kurz zu machen. Ich war stolz, als sie fertig war. Aber sie war trotz passender Maschenprobe sehr breit und verdammt kurz. Ich habe nach dem Zusammennähen am unteren Rand nocheinmal Maschen angestrickt (über die ganze Breite: linkes Vorderteil, Rückenteil, rechtes Vorderteil). Das brachte noch einmal knapp 10cm Länge. Auf den Bildern seht ihr die Form nach dem anstricken. Sie war also noch deutlich kürzer vorher *seufz* Die angestrickten Reihen, immer hin ein ganzes Knäul (100g), setzte sich aufgrund des eh unruhigen Strickbild kaum ab, wirkten bei genauerem Hinsehen aber wie eine umlaufende Blende. Ha, als würde es so gehören. Ich war ein wenig begeistert von meiner Idee.
Unglücklich war außerdem, dass die Nähte recht stark auftrugen. Was das Zusammennähen von Teilen angeht, bin ich wissenstechnisch noch nicht optimal aufgestellt. Ich habe inzwischen so viele Videos geschaut.. und in meinem Kopf alles durcheinander geworfen *hihi*
Schlussendlich lag die Jacke jedenfalls doch nur um Schrank rum und der Strickmann war nur semi-begeistert. Also habe ich mich Anfang Februar aufgerafft und sie wieder ganz aufgerippelt.

Eins habe ich dabei gemerkt: Fäden vernähen kann ich anscheinend besser als ich dachte. Da ich die Wolle weiterverwendet will und bei der Herstellung der Jacke recht häufig den Faden abschneiden musste (viele Einzelteilen und weil ich immer mit zwei Knäulen gestrickt habe), war der Plan alles ganz vorsichtig aufzutrennen ohne zu schneiden! Ich habe drei Abende Fadenenden gesucht, sie durch das halbe Strickstück verfolgt und die Jacke bis in die letzte Masche verteufelt! Schlussendlich ergab sich eine Ansammlung von deutlich mehr als fünfeinhalb Knäulen in verschiedensten Größen. Die wieder abzustricken und dann erneut die Fäden zu vernähen, begeistert mich jetzt schon *seufz*

Foto 10.02.18, 12 45 47Schlussendlich hatte ich also nun 800g Wolle verstrickt (ich musste für die Jacke noch mal nachkaufen) und habe immerhin an Erfahrungen gewonnen. Man muss das ja positiv sehen. Und es hat mich nach dem Aufrippeln zu meinem tollen neuen Loop geführt, den ich als zweiten Versuch aus der Olympia gezaubert habe. (Ich hatte hier, während er noch auf den Nadeln war, bereits berichtet. Inzwischen ist er fertig. Ich stelle ihn euch vor, sobald ich mit meinen Projektbeiträgen in der Jetzt-Zeit angekommen bin!)
Ich möchte hier festhalten, dass ich die Wolle immer empfehlen würde. Ich gehe hier eindeutig von Anwendungsfehlern aus. Ich war’s, ich war’s..

Was nun aus der Olympia wird? Mal sehen, ich habe ein tolles Muster für einen Poncho gesehen oder ein Dreieckstuch (Format eher wie ein Pfadfinderhalstuch als wie die bisherigen Dreieckstücher) oder oder oder.. man wird sehen!

  • Lana Grossa Olympia Fb.035 (53% Schurwolle, 47% Polyacyl)
  • LL 100m/50g, NS 10-12, gestrickt mit NS 8!
  • 250g (Loop) + 550g (Jacke)
  • Schachbrettmuster
  • Fertig gestellt November 2017
  • Wieder aufgemacht Februar 2018

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