Wayside Lace Cardigan in Tannengrün

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Nach schier unendlich vielen Maschen und ewig langer Zeit sowie überdurchschnittlich vielen Änderungen/Anpassungen/Flüchen/Wutanfällen ist mein neuer Cardigan nach einem Design von Schoppel fertig geworden. In einem (für mich) ungewohnten Tannengrün kommt meine Variante des „Wayside Lace Cardigan“ nun kuschelig und durch das flächige Muster mit Zöpfen und Lochmusterteilen durchaus beeindruckend rüber und ist sich für „Fishing for Compliments“ eindeutig zu schade, denn die kommen von selbst. (Nein, ich bin gar nicht stolz auf das Teil.. :D )

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[Werbung: unbeauftragt, wegen Markennennung und Verlinkung]

Aber ich muss erst mal schauen, wie das hier noch mal alles ging…also..Tasten auf der Tastatur drücken.. ah, es erscheinen Buchstaben auf dem Monitor.. ich erinnere mich ganz dunkel! Denn der letzte Blogbeitrag ist gefühlt kaum noch wahr! Dies lag unter anderem bzw. hauptsächlich daran, dass das gute Stück, dass ich euch nun vorstellen möchte echt viel Zeit gefressen hat.
Angeschlagen habe ich ihn Anfang September und er ist erst vor wenigen Tagen fertig geworden. Außerdem hat er mich viel Schweiß und Nerven gekostet. Nebst einem ersten Zwischenstand hatte ich hier bereits schon berichtet, dass er sogar spontane Frustkäufe von anderen Anleitungen ausgelöst hat, um ihm zu entkommen :D
Aber nun ist er oder es (Der Strickmann und ich haben ihn sehr schnell nur noch „das grüne Monster“ genannt.) endlich fertig und ich bin sehr zufrieden.

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Gestrickt habe ich den Cardigan nach einer kostenlosen Anleitung vom Schoppel-Wolle Design Team, die bereits vor ziemlich genau sechs Jahren, also 2012, u.a. bei Ravelry veröffentlicht wurde. Klick! Die Jacke stand schon eine Weile auf meiner Projektplanungsliste (wie auch ca. 400 andere schöne Dinge – keine Übertreibung *seufz*) und nach meinem Noppen-Zopf-Schal und diversen Socken im Spätsommer war mir nach genau diesem Kleidungsstück.
(Da steht übrigens wieder ein paar Socken in der Warteschleife, die als Teststrick schon eine Weile fertig sind. Die Anleitung kommt voraussichtlich im Januar raus, dann kann ich sie euch zeigen!)

Das Originalgarn gemäß Anleitung ist ein Wolle-Kaschmir-Seiden-Gemisch aus dem Hause Schoppel. Ich habe abweichend davon ein gefachtes Garn in tannengrün gewählt, welches sich noch im Wollberg befand. Wieder so ein Posten, den ich Anfang des Jahres bei einer Hobbyauflösung erstanden habe. Keine Ahnung von Lauflänge und Maschenprobe geschweige denn der genauen Zusammensetzung. Aber ein Schurwolle-Poly-Gemisch ist es, soweit, so gut. Da ich davon ein knappes Kilo besaß, musste ich mir um den Garnbedarf auch keine Sorgen machen.
Im Nachgang habe ich mal 10g Garn abgewogen und ausgemessen. Das Ergebnis ist sicherlich ungenau, aber für die Dokumentation gehe ich jetzt mal von der ermittelten Lauflänge von 500m/100g aus. Das ist sehr viel, passt aber zur Erscheinung beim Stricken, dass die Knäule einfach kein Ende nahmen.

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Maschenproben gemacht, ratzifatzi, gewaschen und ausgemessen (vor und nach dem Waschen) und für eine 3mm Nadel entschieden. Die Maschenanzahl wich zwar ein Stück ab, aber die Höhe passte. Also fix die Maschenanzahl umgerechnet bzw. die Länge für gut befunden, die ich mit meiner Machenprobe bei der vorgegebene Anzahl Anschlagsmaschen erhalten müsste. Die Jacke sollte auf keinen Fall zu kurz werden. Aufgrund der Zusammensetzung war klar, dass das Maschenbild ein wenig anders wird als in der Anleitung und das ganze Stück voraussichtlich etwas schwerer werden würde. Die Maschenprobe aber stimmte mich zuversichsichtlich: Sie war nach dem Waschen sehr angenehm weich, nicht knisterig und nicht steif, sodass ich hoffte, das fertige Stück würde ähnlich fallen wie in der Anleitung. Dies hat sich nur zum Teil bewahrheiten, aber dazu später mehr.

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Die Jacke wird in drei Teilen gestrickt: Zuerst den Körper. Dieser wird nicht von oben nach unten oder umgekehrt gestrickt, sondern den Zöpfen folgend strickt man quasi einen gleichbleibend breiten Lappen mit zwei horizontalen Schlitzen für die Ärmel und strickt so also erst das erste Vorderteil, Schlitz, dann die Rückseite, Schlitz, dann das zweite Vorderteil. Die Ärmel werden separat gestrickt, nach Anleitung in Reihen, nach meinem Belieben in Runden. Man näht sie dann hinterher im Maschenstich ein.
Ich hatte hier ein wenig rumgefriemelt und mir einen Knoten in die Gedanken gemacht, weil ich den Ehrgeiz hatte, dass das Muster aus dem Körper in den Ärmeln weiter läuft. (So ist es in der Anleitung auch zu sehen.) Aber anscheinend passt aufgrund der veränderten Lage der Ärmelschlitze dies nicht bei der von mir gewählten Konfektionsgröße, da ich so vier mal den Lochmusterpart nebenbeinander auf der Oberseite des Arms gehabt hätte. So habe ich diesen Gedanken schlussendlich dann doch verworfen.

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Wer hier öfter mal reinschaut, weiß, ich ändere immer irgendwie ein wenig an der Anleitung herum, um das Strickstück für mich anzupassen. Gut durchdachte Modifizierungen sind häufig das Zünglein an der Waage zwischen Lieblingsstück und Schrankwächter. Allerdings kann es auch mal schiefgehen *seufz*

  • Am Maschenanschlag und vor dem Abketten, also an den senkrechten Rändern der Vorderteile habe ich 7 Reihen kraus rechts gestrickt, auch weil ich noch nicht wusste, ob ich später noch Knöpfe anbringen möchte.
  • ohne Absicht: Ich glaube man hätte die Maschen in den Zöpfen, die man auf die Hilfsnadel schiebt,  wie zum Rechtsstricken abheben sollen. Ich habe sie wie zum Linksstricken bewegt. Mittendrin Wechseln war keine Option, da sich dabei natürlich ein optischer Unterschied einstellt.
  • Ärmel verlängert um 5,5cm dafür aber im Umfang reduziert. Schlabberärmel in 3/4-Länge mag ich nicht.

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Anfang Dezember war die Jacke dann eigentlich fertig. Allerdings war sie eher ein Biker-Jäckchen mit „Hochwasser-Ärmeln“. Gott, war ich frustriert.
Da beim Spannen eine deutliche  Größenänderung erfolgt, konnte ich diesen Sachverhalt auch tatsächlich erst sehr spät sicher feststellen. Ich vermute außerdem, dass sich im angezogenen Zustand aufgrund der Spannung in Richtung der Zöpfe das Strickstück in der Richtung quer dazu weiter zusammenzog, als an der Maschenprobe und im vierseitig gehaltenen Zustand beim Spannen abzuschätzen war. Nachdem ich erst sehr frustriert und dann doch mit erstaunlich viel Elan mir Gedanken bzgl. einer Lösung gemacht hatte, habe ich also nachträglich weitere Änderungen vorgenommen. Ich habe

  • für jeden Ärmel einen kleinen Schlauch in Höhe eines Raports gestrickt und diese im Maschenstich angenäht.
    (Wieder mal die Maschen zu fest angezogen. So hat sich schlussendlich eine kleine Verengung des Ärmels ergeben. Nicht gewollt, aber als „Bündchenersatz zumindest optisch gar nicht schlecht. Daumen hoch!)
  • einen 10,5cm breiten Streifen im 1×1-Rippenmuster (am Rand des „Körperlappens“ wurden jeweils sechs Maschen ebenfalls so gestrickt) gestrickt und entlang des unteren Randes der Jacke im Matrazenstich angenäht.
  • Die ersten und letzten sieben Reihen des Hauptteils habe ich aufgemacht und im Rippenmuster neu angestrickt, da sich der Rand vorher aufgestellt hat.
    (Das tut er jetzt leider immer noch leicht, ich hätte im Bereich der Zöpfe noch Maschen abnehmen müssen. Ein drittes Mal wolte ich es aber nun nicht mehr machen.)

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Wayside Lace Cardigan_02.02Das Original ist ohne einen Verschluss, maximal mit einer Jacken-/Tuchnadel. Ich habe mich dafür entschieden zwei Druckknöpfe einzunähen, um die Vorderteile am oberen Rand aneinander zu fixieren. So kann ich die Jacke quasi wie einen Pulli tragen. Offen fällt sie leider nicht ganz so schön wie in der Anleitung. Das liegt wie oben bereits erwähnt wahrscheinlich an dem Garn.
Außerdem habe ich mir neben den Druckknöpfen auch zwei dekorative Nadeln bestellt, so kann ich den oberen Knopf ein wenig entlasten, um ein Ausbeulen und umklappen des Jackenzipfels zu vermeiden.

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Ich gebe zu, im Vergleich mit dem Original ist nur noch eine gewisse Ähnlichkeit geblieben. Aber ich möchte nicht tauschen!

Fazit: Was lange währt, wird endlich gut. Ich bin sehr zufrieden mit dem Endergebnis und habe mein Monster auch bereits zur Arbeit und sogar auf eine Geburtstagsfeier ausgeführt. Das ist sicherlich kein Kleidungsstück für jeden Tag und auch die Farbe muss ich mit dem Rest meiner Garderobe sehr gezielt kombinieren, aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt! Und ich bin passend zum anstehenden Weihnachtsfest gekleidet. Mit ein paar roten Ohrringen gehe ich glatt als Weihnachtsbaum durch :D

Einen schönen dritten Advent wünsche ich euch!

PS: Tannengrün ist mein Kunstlicht der kleine Bruder von Schwarz und echt nicht nett!
PPS: Der U-Boot-Ausschnitt ist der Hingucker und ich mag ihn sehr!

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  • 440g „noname“-Garn (Schurwolle/Poly), LL ca. 500m/100g
  • Größe M/L mit eigenen Anpassungen
  • NS 3,0mm
  • zwei Druckknöpfe, 15mm
  • Loch- und Zopfmuster gemäß Anleitung
  • Ärmel in Runden gestrickt
  • Einnähen von Ärmeln und Verlängerungen über Maschen- und Matrazenstich
  • fertig gestellt: Dezember 2018

Anmerkung der Redaktion: Ich möchte im Rahmen diesen Beitrags etwas ausprobieren. Und zwar möchte ich die Übersichtlichkeit im Eintrag erhöhen, da diese bei dem ganzen wortreichen Text und den künstlerisch wertvollen Bilder manchmal etwas verloren geht. (Wer Ironie findet, darf sie behalten, ist nicht meine! :D) Deshalb habe ich in den Absätzen immer ein, manchmal vielleicht auch mehrere Wörter unterstrichen, die auf einen Blick zeigen, worum es in dem Absatz geht. Wer mag, ich würde mich natürlich sehr über ein Feedback diesbezüglich in den Kommentaren freuen!)

Verlinkt bei (maschenfein – Platzhalter,) Caros Fummeley, liebste Maschen, Lieblingsstücke, Stricklust, Women on Fire, Frau freut sich, Froh&Kreativ, Sonntagsglück.

8 Kommentare zu „Wayside Lace Cardigan in Tannengrün

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    1. Danke schön :) Das Muster macht echt was her, das stimmt, und es ist trotzdem sehr eingängig. Mit 40×12 Maschen/Reihen kann man es sehr schnell ohne Anleitung stricken. Sehr angenehm. (Am Ende geht es auch freihändig und schlafend… 😅)
      Jetzt stricke ich gerade einfach glatt rechts und erfreue mich an der Einfachheit 😌😄

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      1. Haha, das kann ich mir vorstellen, dass glatt rechts dagegen sehr entspannend ist :) Ich finde trotzdem immer, dass Muster (egal ob gezopft oder mehrfarbig) sich viel schneller stricken, weil man immer den Effekt der nächsten Reihe noch sehen will und so motiviert bleibt… ich stricke gerade etwas aus glatt rechten/ linken Reihen im Wechsel und dachte, das ginge schnell (noch vor Weihnachten, um genau zu sein), aber daraus wird wohl nichts, weil es mich langweilt und ich es dauernd zur Seite lege ;P

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      2. Da hast du natürlich auch recht. Das ist wie bei so vielem, glaube ich: man will meist das, was man grad nicht hat 😄
        Dann drücke ich auf jeden Fall die Daumen, dass dich doch noch der Strick-Eifer erfasst. ☺️👍🏻

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    1. Hallo liebe Karin :)
      Vielen Dank für dein Lob! Ich zweifle und mäkele meist recht viel während des Entstehungsprozesses. Umso gemäht freue ich mich, wenn dann ein schönes Unikat entsteht! Liebe Grüße und schöne Festtage!

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