Meine Jacke für alle Fälle: Kukka-Cardigan von rosa p.

[Werbung: unbeauftragt]
Ich bin mal wieder mächtig spät hinterdran. Ich glaube die meisten von uns haben schon längst das ein oder andere Design von rosa p. gestrickt. Ich habe die häufig sehr schlichten aber deshalb nicht weniger hübschen Sachen immer aus gewisser Entfernung betrachtet, meist für gut befunden und bin dann doch weiter gegangen. Damit ist jetzt Schluss! Denn heute kann ich meinen Kukka Cardigan (ravelry-Link) präsentieren!

Im Zuge der üblichen Projektplanung kam mir wieder das Booklet von Lana Großartigen in die Hände, das ich Sommer 2020 für ein paar Euronen erworben hatte und das eine Hand voll der zu dem Zeitpunkt beliebtesten Anleitungen von rosa p. enthält. Gleichzeitig hatte ich einige Wochen zuvor einfach mal eine Maschenprobe aus einem gefachten Handstrickgarn gestrickt, von dem sich fast ein Kilo in einem schönen Dunkelblau in meinem Wollberg tummelt. Beim Durchblättern des Hefts stieß ich dann auf den Kukka-Cardigan, bei dem die Maschenprobe ganz gut passen könnte. Bei +/- eine Maschen bin ich da immer noch relativ entspannt. Zumindest bei Garnen in dieser Stärke.

Naja, so war die Entscheidung dann schnell gefallen und es stand fest: es gibt für mich ein erstes rosa p.-Strickprojekt. Angeschlagen habe ich die Jacke dann im September diesen Jahres und mich so nach und nach durch das Design gestrickt.

Die Anleitung bzw. die Konstruktion ist absolut anfängertauglich. Es ist ein Raglan von oben (RVO), der in Hin- und Rückreihen gestrickt wird, da es sich schließlich um eine vorne offene Jacke handelt. Den Anfang macht oben am Hals das Bündchen, das wird nämlich gleich mit angestrickt. Sehr angenehm. Ich habe hier den italienischen Maschenanschlag gewählt, weil ich diese um die Kante fließende Optik mag. Was ich nicht gewählt habe, ist die richtige Nadelstärke. *hust* Den Hinweis, dass das Bündchen mit der kleineren Nadelstärke gemäß Anleitung gestrickt werden soll, habe ich geschickt überlesen. Ärgerlich. Aber zum Ribbeln war ich auch zu faul. Beim Stricken habe ich mir noch eingeredet, dass das schon nicht so dramatisch ist. Nachdem die Jacke fertig war habe ich dann von innen unterhalb des Bündchenrands eine Reihe feste Maschen eingehäkelt, die das Bündchen nun etwas in Form hält und auch das Umklappen der vorderen Ecken deutlich reduziert hat. Man sieht allerdings weiterhin schon einen optischen Unterschied zwischen dem Halsbündchen und den übrigen, die ich dann mit den dünneren Nadeln gestrickt habe. Aber gut, wahrscheinlich bin ich eh die einzige, der es auffällt.
(Die Fotos sind noch vor dem Einarbeiten der Häkelmaschenkette entstanden.)

Aber zurück zum Strickprozess. Die Anleitung sieht keine verkürzten Reihen im Nacken vor. Ich glaube jetzt so im Nachhinein hätte ich da doch ein paar eingearbeitet, um die Passform zu verbessern. So neige ich doch manchmal dazu die Jacke hinten höher zu ziehen, einfach aus Gewohnheit, und dann hängt die ganze Jacke irgendwie schief. :D

Man strickt sich dann so durch die Raglanzunahmen in glatt rechts bis man die Ärmel abteilt. Die Blenden vorne an den Seitenteilen werden auch gleich mit angestrickt. Man gestaltetet die Blenden mit Hebemaschen, was ich gerne leiden mag und sich so auch von der glatt rechten Fläche abhebt. Leider neigen die Blenden dazu nach innen umzuklappen. Ja Mutti, du hattest recht! *manno* Ich gebe zu, das hätte man wohl bei angenähten Blenden nicht. Aber zum Dämpfen bin ich einfach zu faul. Es ist halt ein Kleidungsstück, ein Alltagsgegenstand und gerade hier wirklich ein neues Basic-Teil in meinem Kleiderschrank. Das muss praktikabel sein. Dann klappt das halt nach inne ein.

Nach dem Abteilen der Ärmel strickt man den Körper gerade runter. Es soll ein locker sitzendes Jäckchen sein. Außerdem strickt man nun in einem einfachen Muster aus linken und rechten Maschen weiter. Das erfordert nicht allzu viel Aufmerksamkeit und mit Nadelstärke 4,0mm geht es auch verhältnismäßig flott. Ich habe den Körper dann noch um knapp 5cm verlängert. Die Jacke soll zwar eher kurz sein, sodass man sie auch zu Kleidern tragen kann. Aber überwiegend werde ich sie zu Jeans anziehen, deshalb habe ich mich für diese Zwischenlänge entschieden. Sie ist durchaus kürzer als meine sonstigen Strickjacken, aber trotzdem noch angenehm mit einer Jeans und einem Shirt zu kombinieren.

Der untere Abschluss entsteht dann wie bereits am Hals mit einem Rippenbündchen, dass ich auch wieder italienisch abgekettet (auch: tubular bind off) habe.
Hierzu vielleicht eine kleine Anekdote am Rande. Ich habe lange beim italienischen Abketten zwei bis vier Vorbereitungsrunden gearbeitet, in denen immer nur entweder die linken oder die rechten Maschen gestrickt und die übrigen abgehoben werden, und dann die Maschen auf zwei Nadeln verteilt und im Maschenstich verbunden. Dadurch ergab sich vor der abgenähten Kante immer so eine merkwürdige Optik durch die mitlaufenden Querfäden im Bereich der abgehobenen Maschen. Das hat mich schon länger gestört und ich konnte das bei anderen auch nie in dieser Art erkennen. Aber ich habs schließlich so gemacht, wie ich es aus mehreren Quellen/Videos mir irgendwann mal angeeignet hatte.
Kürzlich lief mir dann in einer Anleitung (wenn ich doch nur noch wüsste in welcher…) die Anweisung über den Weg, den Anschlag nicht nur ohne Vorbereitungsrunden auszuführen, sondern das Vernähen auch gleich von der aktiven Stricknadel aus zu machen, ohne die Maschen aufzuteilen. „Hexerei“ dachte ich mir! Ausprobiert habe ich es trotzdem und was soll ich sagen!? Keine komischen Querfäden mehr und der Abschluss ist genauso sauber und mindestens ebenso elastisch. Manchmal kann es so einfach sein! *seufz*

Als letztens kamen dann die Ärmel. Da gibt es nicht viel zu sagen. Die werden einfach glatt rechts runtergestrickt mit ein paar Abnahmen und enden im gleichen Bündchen wie auch der Körper. Die Ärmellänge habe ich hier nicht anpassen müssen. Das ist ungewöhnlich, aber ich will mich ja gar nicht beschweren. :D

Das Garn, das ich verwendet habe, ist eine Baumwolle-Poly-Mischung. Ein achtfädiges, gefachtes Garn. Davon hatte ich vor Jahren mal 1kg über Ebay wirklich günstig erworben. Wir reden hier von unter 20€. Das ist aus der gleichen Quelle wie die Garne, aus denen ich mein grünes Monster und meine Meritence gestrickt habe. Das sind keine superhochwertigen Garne, aber ich mag diese gefachten Garne und deren Verarbeitung ganz gerne und freue mich, wenn aus den damals mehr auf Menge als auf andere Kriterien ausgerichteten Wollkäufe noch etwas tolles wird. Bei den beiden eben genannten Jacken, die jetzt schon zwei bzw. drei Jahre in Nutzung sind, sieht man es den Stücken auch an. Sie sind nicht untragbar. Aber wer weiß, wie Garne sich sonst so bei Nutzung verhalten, kann hier schon auf nicht ganz so gute Qualität schließen. Allerdings sind das Nutzungserscheinungen, wie man sie durchaus auch bei gekauften (nicht absolut billigen) Kleidungsstücken beobachtet (Aufrauen der Oberfläche, dadurch ständig fusselig und eine „verwaschene“ Optik bei mehrfarbigen Geschichten). Irritierend irgendwie, wenn ich doch weiß, wie günstig diese Garne waren.

Verbraucht habe ich nun knapp 540g. Kein Leichtgewicht. Aber das ist mir vorher klar gewesen, da es sich um ein Baumwollgarn handelt, welche tendenziell ja eher schwerere Strickstücke liefern. Die Haptik gefällt mir ausgesprochen gut. Das Garn ließ sich auch sehr gut verstricken. Kein Fusseln, schön glatt, nur sehr wenig Knoten. Ich bin gespannt, wie es sich in der Nutzung verhält.

So ist ein schlichtes aber dennoch hübsches Jäckchen entstanden, dass ganz wunderbar in meinen Kleiderschrank passt. Lange habe ich mich schon geärgert keine dunkelblaue Strickjacke zu haben. Das Problem ist hiermit offiziell behoben und das sogar ohne nervige Shopping-Quälerei. Wunderbar.

  • Anleitung: Kukka Cardigan von rosa p. (Ravelry-Link)
  • 536g gefachtes Handstrickgarn (Baumwolle/Polyacryl), LL ca. 300m/100g (grobe Schätzung)
  • Größe L bzw. 44/46 (irritierend)
  • NS 4,0mm und 3,5mm für die Bündchen
  • Tubular Cast On
  • Bündchen italienisch abgekettet
  • Kosten: Garn <10€
  • fertig gestellt: Oktober 2021

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Creativ Lovers, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung folgt, wenn Linkparty online)

2 Kommentare zu „Meine Jacke für alle Fälle: Kukka-Cardigan von rosa p.

Gib deinen ab

  1. Servus Anne,
    wow . . . das war ein Monsterprojekt . . . alleine beim Lesen wird mir Nichtstrickerin schwindelig! Die Jacke gefällt mir sehr gut und ich würde sie auch tragen! Danke fürs Zeigen beim DvD und alles Gute für 2022 wünscht dir
    ELFi

    Gefällt mir

    1. Hallo Elfi,
      ach was, so schlimm war es wirklich nicht. Ein Schritt nach dem anderen und dann ist das wirklich gut zu bewältigen! 🙂
      Auch dir alles Gute für 2022 und noch einmal ein großes Danke für deine Linkparty sowie deine lieben Kommentare!
      Guten Rutsch!
      Liebe Grüße
      Anma

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