Socken mal anders: „Plaid Pocket Socks“ in der Sockmadness 2022

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Dank der Sockmadness kann ich dir auch diese Woche hier wieder ein neues Paar Socken präsentieren. Und die haben es in sich. Naja, eigentlich eher an sich… Aber sieh selbst: die Plaid Pocket Socks von Cow From Mars (ravelry-Link).

Beim ersten Blick auf dieses Sockendesign zieht sicherlich die/der ein oder andere unter euch die Augenbraue hoch und das ging mir genauso, als am 29.03.22 die Anleitung für die zweite runder der Sockmadness in meinem Postfach landete und ich das Titelbild sah. „Was soll ich denn mit einer Tasche an der Socke…? Also echt…“ Aber inzwischen hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Nicht anzuschlagen und somit aufzugeben kam nicht in Frage. Und ich muss sagen, der Strickprozess hat mir die Socke näher gebracht und jetzt find ich sie echt cool. Das dreifarbige Colourwork-Plaid-Muster hat es außerdem einfach echt Spaß gemacht. Die letzten Colourwork-Socken waren bei mir jetzt schon wieder eine Weile her und ich hatte mich insgeheim sehr auf ein entsprechendes Muster bei der diesjährigen Sockmadness gefreut. Die Diamond Duality aus der SM2020 sind immer noch eins meiner Lieblingssockenpaare.

Der erste wichtige Schritt war natürlich die Garn- und insbesondere die Farbauswahl. Die Designerin empfahl drei Farben mit Kontrast und die mittlere als Hauptfarbe. Aber auch die Verwendung von drei Farbtönen einer Familie oder aber zwei vom Grauwert her ähnlichen Kontrastfarben und einer gut kontrastierenden Hauptfarbe. Da ich für die Kontrastfarben gerne Reste verstricken wollte, war meine Auswahl etwas begrenzt und ich bin bei der letzten der drei genannten Herangehensweisen gelandet. Unten bei den Bildern aus dem Strickprozess siehst du einmal meine drei Kombinationen aus der Vorauswahl, jeweils einmal als Farbbild und einmal in schwarz-weiß. Letzteres mache ich immer um den Kontrast besser bewerten zu können.

Der Strickmann riet von Anfang an zu der Kombi aus Hellgrau, Dunkelgrau und Rot. Ich war skeptisch (wie sollte es auch anders sein… -.-‚), habe „die Community“ im Sockmadness-Forum auf ravelry befragt um dann zum gleichen Ergebnis zu kommen. Jaaa. Reden wir nicht weiter drüber :D

Geworden ist es nun also als Hauptfarbe ein hellgraues Sockengarn von Hobbii, die Happy Feet Solid, die es glaube ich nicht mehr gibt. Und als Kontrastfarben zwei Mal Discountersockenwolle. Nämlich die rote als Rest von der ersten Runde (IpomoeaSocks) und ein dunkelgraues Garn, aus dem ich meine PillaSocks als Teststrick für Sockshype gestrickt hatte. Alles keine superflauschigen Luxusgarne, wobei die Hobbii-Wolle extrem weich ist für ein Nicht-Merino-Garn. Aber dadurch, dass beim Colourwork quasi immer zwei Lagen Wolle (Gestrick+Spannfäden) entstehen, sind die fertigen Socken so weich und warm. Super schön.
Verbraucht habe ich 53g der Hauptfarbe und 16g Dunkelgrau und 14g Rot.

Das Colourworkmuster startet nach einem einfachen Rippenbündchen. Auch wenn das Muster dreifarbig ist, werden pro Runde immer nur zwei Farben benötigt. Nach einem Mustersatz kommt dann die Tasche und das ist wirklich mal was neues gewesen. Diese wird nämlich gleich mitgestrickt. Runde für Runde. Da strickt man dann im Bereich der Tasche das Bein und die Tasche auf der gleichen Nadel zur selben Zeit und allein das Führen der Arbeitsfäden entscheiden darüber, ob man zwei voneinander unabhängige Lagen Gestrick erzeugt oder ob sie am Ende unrettbar miteinander verbunden sind.
Hierbei wird auf die Grundlagen der Doubleknit-Technik zurückgegriffen. Mit dieser erzeugt man Strickwaren, die zweilagig sind und beiden Seiten glatt rechts erscheinen und z.B. das gleiche Muster aber mit invertierten Farben zeigen. Diese Technik macht Designerin sich für die Tasche zu eigen, allerdings etwas abgewandelt, da man eben pro Lage und Runde nur eine Farbe verwendet. Dadurch entsteht die äußere Lage (Tasche) in einer Farbe und die innere Lage (Tascheninnenseite) in der anderen Farbe und sie sind nicht miteinander verbunden.

Das Prinzip find ich schon ziemlich cool und wenn man den Knoten im Kopf erst einmal geknackt hat, ist des eigentlich ganz einfach.

Als Ferse wurde eine Herzchenferse mit verstärkter Rückwand gestrickt, wobei die Verstärkung etwas anders erfolgte, als ich es bisher kannte, sodass diese Fersenrückwand geradezu fluffig weich und voluminös geworden ist. Faszinierend :D Eine Nebenwirkung ist allerdings, dass sie sich auch mehr zusammenzieht und durch kürzer wird. Optisch finde ich sie irritierend klein. Sitzen tut sie allerdings ganz gut.

Der Spickel der Socken wurde unterhalb des Fußes gearbeitet und durch ein anderes Muster abgehoben. Den Effekt mag ich und habe ich so auch noch nicht gestrickt. Gerade rund um die Ferse gab es allerdings viele Fragen und Fehler bei den Teilnehmern. Angefangen bei der Aufnahme der Maschen aus der Seiten der Fersenwand im Plaidmuster bis hinzu dem Übergang zwischen Plaid- und Streifenmuster und der dazwischen liegenden Abnahmesäule.
Ich selbst hatte bei der zweiten Socke auf einer Seite eine Maschen zu viel aus der Felsenwand herausgestrickt und dies es erst nach Beenden des Spickels gemerkt. Dem Zeitdruck (und der Faulheit) geschuldet habe ich diese Maschensäule dann einfach fallen lassen, da es sich ja eh um eine neu aufgenommene Masche nach der Ferse handelte. Ich habe die Spannfäden dann auf der Rückseite versucht so gut es geht zurecht zu zupfen, um die Mehrweite in die angrenzenden Maschen zu verteilen. Perfekt ist es noch nicht. Ich werd jetzt mal beobachten wie es sich beim Tragen und nach der ersten Wäsche verhält und zur Not dann noch mal nacharbeiten.

Ansonsten sind mir zum Glück keine großen Fehler unterlaufen, die Zeit gekostet hätten. Lediglich mal einzelne falsche Maschen, die ich dann gut durch neu Hochhäkeln in der entsprechenden Farbe lösen konnte. Dafür hatten die Spannfäden genug Spiel. Bei größeren Fehlern habe ich diese glücklicherweise gleich in der nächsten Runde bemerkt und konnte ohne viel Aufwand zurück stricken. Nach dem Waschen hat sich das Strickbild deutlich beruhigt und verbleibende Ungleichmäßigkeiten haben sich entspannt.

Der Fuß wurde im Plaidmuster runtergestrickt und endet in einer Bandspitze. Hier also keine weiteren spannenden Details.

Und ich bin begeistert wie gut auch diese Socken wieder passen. Ich habe die ganze Socke mit Nadelstärke 2,5mm gestrickt. Nach der Ferse habe ich mal die geforderte Rundenanzahl mit meiner „Maschenprobe“ am Sockenschaft hochgerechnet und kam zu dem Ergebnis, dass das ziemlich gut zu meinen Füßen passen müsste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Super gut!

Faszinierend fand ich wieder ein Mal wie unterschiedlich diese Socken in Abhängigkeit von den gewählten Farben wirken. Selbst wenn es die selben Farben sind und man nur die Zuweisung zu Haupt- und Kontrastfarbe 1 und 2 tauscht, kommt da eine völlig andere Socke bei heraus. Da bietet dieses Muster quasi unendliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Alle Anleitungen, die jetzt im Wettbewerb gestrickt werden, gibt es übrigens meist so ab Ende Juni auch für alle anderen zu erwerben. Viele sind dann kostenlos, aber nicht alle. Wenn dich also diese schönen schottischen Taschensocken gecatcht haben, dann behalte die Anleitungsseite auf Ravelry im Auge!

Das wichtigste zum Schluss. Ich war dieses Mal im Verhältnis echt schnell und als zehnte in meinem Team fertig. So habe ich mich für die dritte Runde qualifiziert. Mal schauen, wie es weitergeht und wie sich das mit den Ostertagen und unserem anstehenden Urlaub zusammenfügt. Das Osterfest wäre perfekt für ein wenig Strickpower, der Urlaub geht allerdings eindeutig vor. Schön wäre es also, wenn bis zum Abflug schon möglichst viel geschafft wäre. Es bleibt spannend!

  • Anleitung: Plaid Pocket Socks von Cow From Mars (ravelry-Link)
  • 53g Hobbii Happy Feet Solid, Farbe 15 (hellgrau) (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 210m/50g
  • 16g Crelando Anika, Farbe Dunkelgrau (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 209m/50g
  • 14g Benker Textil Sporty, Farbe 3 (rot) (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL 209m/50g
  • Größe M (72/70Maschen) —> 38/39
  • NS 2,5mm
  • Altnorwegischer Maschenanschlag
  • Tasche in Doubleknit-Technik
  • Herzchenferse mit verstärkter Fersenwand
  • Bandspitze
  • Kosten: Garn (anteilig) <5€,
  • fertig gestellt: April 2022

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Creativ Lovers, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung für diesen Artikel nicht vorgenommen.)

4 Kommentare zu „Socken mal anders: „Plaid Pocket Socks“ in der Sockmadness 2022

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