„Celtic Cardigan“ von Asita Krebs

Ich habe vor einigen Wochen mein erstes Kleidungsstück in Sockenwollstärke beendet. So viele Oberteile wie ich schon gestrickt habe war dieser zauberhafte Cardigan tatsächlich der erste aus Garn in Sockenwollstärke. Zugegeben, es hat etwas länger gedauert als mit dickerer Wolle, aber ich trage ihn bereits jetzt unheimlich gerne. Gestrickt habe ich den „Celtic Cardigan“ von Asita Krebs aka Sidispinnt (ravelry-Link).

Diese Jacke steht schon ewig auf meiner Stricktapete. Also wirklich ewig. Die Anleitung habe ich im Oktober 2018 erhalten. Da gab es diese für einen kurzen Zeitraum kostenlos. Ich glaube das war zu Halloween. Schon da fand ich den Cardigan total bezaubernd. Das Modell in der Anleitung ist in einem herbstlichen Gelbton, irgendwas zwischen Goldgelb, Senf und Curry gestrickt. Das hat mich sofort angefixt.

Diese Jacke ist in sofern kein normaler Cardigan, da der Schnitt nicht dafür gedacht ist, ihn vorne zu schließen. Die Vorderteile sind deutlich schmaler. Das gefällt mir gerade wegen meiner größeren Oberweite sehr gut. Denn meist schließe ich Jacken dann eben doch nicht und dann hat man sehr viel Material vorne neben dem Körper hängen. Das ist hier nicht so. Die Jacke trägt sich wunderbar. Kein Zuppeln und Ziehen. Die sitzt einfach dort, wo sie sein soll und gut ist.

Eingefasst werden die Vorderteile sowie der Nacken von einer Zopfmusterblende. Ich denke das geht in die Richtung der keltischen Zöpfe, daher wohl auch der Name des Designs. Ansonsten ist die Jacke glatt rechts gestrickt, sodass sowohl das Zopfmuster als auch eine schöne changierende Handfärbung super zur Geltung kommen.

Die Anleitung gibt einem die Möglichkeit zu wählen, ob man eine Taillierung stricken möchte. Auch das Aufweiten des Schnitts zur Hüfte hin ist in der Anleitung enthalten, aber kein Muss. So kann man den Schnitt und die Passform gut an die eigene Silhouette anpassen. Das finde ich immer gut. Ich habe mich gegen beide Formgebungen entschieden und den Körper gerade herunter gestrickt.

Angeregt durch die Färbung, aus der das Modell gestrickt wurde, habe ich mich ebenfalls für eine relativ gleichmäßige Handfärbung entschieden. Ich habe dafür eine Garnbasis von Kraken Yarns gewählt, ein Merinogarn, das einen Seiden- und einen Yakanteil enthält. Vier Stränge von der Silky Yak in der Färbung Bloodlines mit einer Lauflänge von 366m/100g habe ich letzten Sommer bei Anke erworben und das Garn passte einfach perfekt zu diesem Projekt.

Die Färbung ist total genial. Alleine kommt der Blaustich und somit der Dreh ins Pink/Lila raus. Bei verschiedenem Licht wirkt die Färbung aber völlig unterschiedlich. Im Sonnenlicht z.B. sieht die Jacke viel roter aus. Das ist hier auf ein paar der Bilder auch gut zu erkennen. Und zu einem Rock, den ich eindeutig als Dunkelrot bezeichnet hätte, passt die Jacke wie Faust aufs Auge. Als wäre es die gleiche Farbe. Sehr faszierend. Eine tolle Färbung!

Die Jacke wird von oben nach unten gestrickt und man beginnt im Nacken mit einem provisorischen Maschenanschlag. Da nehme ich inzwischen meist einen aufgehäkelten oder aber Judys magic Cast on, wenn es in glatt rechts weitergehen soll und mich die Stricknadel oder das Seil in den ruhenden Maschen nicht stört.

Die Blende strickt man gleich mit, sodass kein lästiges Annähen im Nachhinein erforderlich ist. Die Blende wird durch einen ICord-Rand eingefasst. Das wirkt sehr wertig. Eingefasst werden Ärmel und Körper am Ende mit einem Rippenbündchen. Ich stricke ja am liebsten 1×1-Rippen mit rechts verschränkten Maschen. Ich bin mir hier gerade gar nicht sicher, ob das bei dieser Jacke so in der Anleitung stand, oder ob ich das angepasst habe. Abgekettet habe ich die Bündchen wie immer mit dem Tubular Bind Off ohne Vorbereitungsrunden.

Ansonsten handelt es sich um eine Raglankonstruktion ohne viel Schnickschnack. Die glatt rechts gestrickte Fläche ist ein Stück weit eine Fleißarbeit, aber es lohnt sich. Mir hat das Stricken viel Spaß gemacht und die Anleitung ist bezüglich der Passform perfekt für mich. Die Jacke sitzt bei mir wie angegossen. Lediglich die Ärmelabnahmen und die Ärmellänge habe ich ein wenig angepasst. Die Ärmel sollen laut Anleitung bereits schön lang sein und deutlich bis über das Handgelenk gehen. Das gefällt mir sehr gut.

Wie meistens habe ich auch dieses Mal eine Fake-Naht in Form einer linken Maschensäule an den Seiten der Jacke ergänzt. Mir kommt es so vor, als würde dies ein wenig den Fall des Materials beeinflussen und es sieht halt ein wenig aus „wie gekauft“.

An die Materialdicke mit der Garnstärke musste ich mich erst gewöhnen. Erst kam es mit sehr „labberig“ vor und ich hatte Sorge, die Jacke super schnell auszuleiern. Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und trage sie unheimlich gerne. Sie ist auch jetzt im Sommer morgens zur Arbeit oder abends zum Überziehen perfekt und auch für die Übergangszeit kann ich sie mir super vorstellen. Dann vielleicht über einem Langarmshirt. Ob sie mir dann für den richtigen Winter noch warm genug ist, muss man sehen.

Entgegen der bekannten Tipps habe ich das handgefärbte Garn allerdings nicht die ganze Zeit mit zwei Knäulen alternierend gestrickt. Das war mir zu müßig und die Stränge schienen mir sehr gleichmäßig gefärbt. So habe ich nur beim Knäul-Wechseln ein paar Zentimeter immer mit zwei Fäden abwechselnd gestrickt. Und das Endergebnis zeigt, dass überhaupt keine Unterschiede zu sehen sind. Glück gehabt! :)

Mit Yak- und Seidefasern drin ist das Gestrick auf jeden Fall superweich und angenehm auf der Haut. Das Zopfmuster kommt trotzdem sehr schön raus und ein Ausleihern konnte ich bisher auch nicht beobachten. Bisher hat mich diese Garnqualität voll und ganz überzeugt. Leider ist sie nicht die günstigste. Ich habe also dem Drang widerstanden mir nach Fertigstellung weitere Pullovermengen zu kaufen. :D Ich habe da ja eventuell auch noch die ein oder andere im Wollberg, wenn auch nicht von diesem tollen Garn. :)

  • Anleitung: Celtic Cardigan von Asita Krebs (raverly-Link, korrigiert)
  • 338g Kraken Yarns Silky Yak, Färbung Bloodlines (60% Merino, 20% Seide, 20% Yak), LL 366m/100g
  • NS 3,5mm
  • Größe L, ohne hip shaping
  • Ärmelabnahmen: 6x jede 12. Runde, 6x jede 10 Runde
  • Tubular Bind Off
  • Kosten: Garn 78€ (inkl. Rest), Anleitung gratis (jetzt 6,35€)
  • fertig gestellt: Juli 2022

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Creativ Lovers, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung für diesen Artikel nicht vorgenommen.)

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