Auf großem Fuße: Klappe, die Erste!

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Eigentlich war der Plan ganz einfach Socken – ohne großartiges Muster, in männertauglichen Farben, vielleicht selbstmusternd – für den Freund meiner Mutter. Größe 45. Premiere für mich, sowohl bzgl. des Empfängers als auch bzgl. der Größe an sich. Aber wo liegt das Problem? Sockentabelle raus und los gings.

Im Vorwege hatte ich die relevanten Infos bzgl. Schuhgröße und Spannhöhe eingeholt und war somit ausreichend vorbereitet, um passende Socken zu produzieren. Dachte ich. Ich hatte erst überlegt mit 6-fach Sockenwolle zu stricken, denn sie sollen als Zuhause-Wohlfühsocken getragen werden.
Aber da ich nicht weiß, wieviel Gramm ich für Größe 45 mit 6-fach Sockenwolle brauche, und hierzu auch keinerlei brauchbare Angaben in Sockentabellen und anderweitig im Internet gefunden habe, habe ich mich dann doch für normale 4-fach Sockenwolle entschieden.

Gewählt habe ich eine selbstmusternde Sockenwolle tief aus meinem Wollberg. Es ist ein Standardsockengarn aus Schurwolle/Poly aus einem Discounter-Wollpaket, das in blau/grün/Petrol/weiß Streifen bildet. Für Spitze und Ferse habe ich mir ein petrolfarbenes Knäuel Jawoll Sockenwolle gegriffen, damit das Hauptgarn auch auf jeden Fall für die große Größe reicht. Aus dem gleichen Grund habe ich die Socken auch toe-up, also von der Spitze aus gestrickt.

Wenn ich Socken vom Bündchen aus stricke, nutze ich sehr gerne die Schleudersternspitze. Auf Sockshype gibt es eine Anleitung, wie man diese Spitze auch toe-up stricken kann. (hier) Das habe ich bei diesen Socken das erste Mal getestet und das Ergebnis gefällt mir sehr gut. Das werde ich häufiger machen. Denn bei einer Bandspitze ziehen sich bei mir am großen Zeh entlang der Abnahmen häufig die Maschen groß, sodass es wie Löcher aussieht. Die Schleudersternspitze hat sich diesbezüglich bewehrt.

Damit die Socken nicht so schnell ausleiern habe ich ein einfaches Rippenmuster (3 re, 1 li) gestrickt und für die Ferse habe ich eine Art Herzchenferse genommen. Hierfür nehme ich bei ToeUp-Socken immer die Ferse aus der Anleitung der HollySocks her. Die gefällt mir gut, strickt sich vernünftig und sitzt m.E. perfekt.

Am Übergang vom Fuß zur Ferse begann dann auch das Problem. Ich habe nach etwas Recherche eine Sockentabelle für ToeUp-Socken gefunden (hier). Die meisten der Tabellen geben die Länge von der Spitze bis zur Bumerangferse an. Selbst in meinem Standardwerk waren nur diese Angaben drin. Da war ich tatsächlich etwas enttäuscht, da das Buch auch nur die Anleitung für den einen Fersentyp für ToeUp-Socken enthält. Das Buch ist ausreichend neu, dass diese Art Socken zu stricken dort mehr vertreten sein sollte. Da ich aber eine Ferse mit Spickel stricken wollte, brauchte ich Angaben für die Länge von der Spitze bis zum Beginn des Spickels. In der eben verlinkten Tabelle habe ich diese gefunden.

Irgendwas passte hier nun aber nicht. Ich habe den Spickel wie angegeben nach 16,5cm Länge begonnen und die angegebene Menge an Spickelzunahmen gestrickt. Trotzdem ist der fertige Socken statt der angepeilten 29,5cm nur 27,5 cm lang. Der einzige Grund, der mir einfällt, ist, dass ich vielleicht sehr fest gestrickt habe, sodass ich mehr Reihen auf 10cm habe als der Tabelle zu Grunde gelegt wurden. Keine Ahnung. Auf jeden Fall entspricht die Länge nun mehr einer 42/43, weshalb ich spontan meinen Mann überzeugt habe, dass er gerne ein weiteres Paar Socken hätte! Glück gehabt. Denn den ganzen Schaft und die Ferse ribbeln kam nicht in Frage. Dann lieber dieses Paar beenden und dann einen neuen Versuch starten.

1. Socken (rechts) und 2. Socken (links)

Nach dem ersten Socken passte es mit der Farbabfolge ziemlich gut, sodasss ich nur wenige Meter abwickeln musste, um den zweiten Socken identisch zum ersten Stricken zu können. Der Rest des ersten Knäuls hat bis zur Ferse des zweiten Socken gereicht. Bei der Suche der richtigen Stelle in der Farbabfolge im zweiten Knäul habe ich als erstes einmal festgestellt, dass das zweite Knäul anderherum gewickelt war. Und erst beim Stricken habe ich festgestellt, dass die Farbabschnitte deutlich länger sind als beim ersten Knäul. So stimmt zwar die Abfolge der Farbabschnitte, aber die Streifen am Schaft des zweiten Sockens sind viel breiter. So habe ich nun zwei gleiche Füße aber unterschiedliche Schäfte produziert. Individualität for the win! :D

  • Anleitung: keine, Rippenmuster (3 re, 1 li)
  • 62g Vendita Sockenwolle, Farbe 3 blau/grün/weiß (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL ca. 210m/50g
  • 16g Jawoll Superwash 75/25, Farbe 188 Teal (75% Schurwolle, 25% Polyamid), LL ca. 210m/50g
  • geplant Größe 45, Ergebnis Größe 42/43
  • NS 2,5
  • Schleudersternspitze (Anleitung)
  • Herzchenferse (wie bei HollySocks)
  • Jeny’s surprisingly stretchy Bind-Off
  • Kosten: Garn < 10€
  • fertig gestellt: Juni 2021

Verlinkt bei Maschenfein, Meine Fummeley, Lieblingsstücke, Creativ Lovers, Creativsalat, Handmade on Tuesday, DvD.
(o.g. Seiten ggf. ohne Verlinkung? -> Verlinkung folgt, wenn Linkparty online)

7 Kommentare zu „Auf großem Fuße: Klappe, die Erste!

Gib deinen ab

    1. Hallo Traude,
      die Socken laufen ja zum Glück nicht weg! 😁 Ich habe die Spitze durch verschiedene Teststricks kennengelernt. Ich bin vom Sitz und der Passform begeistert und finde sie optisch auch gut (besser als die einfache Sternenspitze, wenn die denn so heißt 😅). Ich freue mich, damit dein Interesse geweckt zu haben!
      Liebe Grüße, Anma

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